Schwein: Sonderbeilage „Grenzen der Schweinehaltung“

Die Themen der Beilage:
Grenzen der Schweinehaltung nach Cross Compliance
Schweinhaltung und UBAG-Teilnahme
Arbeitstechnische Beschränkungen in der Ferkelproduktion
Fremdarbeitskraft: Ab welcher Größe zahlt sie sich aus? Was kostet eine Fremd-AK in der Ferkelproduktion?
Steuerliche Grenzen der Schweineproduktion

Grenzen in der Schweinehaltung nach Cross Compliance

Betriebe, die nicht an ÖPUL-Maßnahmen wie Bio oder UBAG teilnehmen, sind auch von Obergrenzen betroffen. Diese Obergrenzen werden im Rahmen von Vor-Ort-Kontrollen bzw. administrativ berprüft. Die Überschreitung von Grenzen hat Konsequenzen auf die volle Auszahlung von GAP,- ÖPUL- und AZ-Zahlungen.

Die Änderung des GVE-Schlüssels bei Ferkeln führt zu einer Erhöhung des GVE-Besatzes, die Teilnahme am UBAG und anderen Maßnahmen ist für Schweine haltende Betriebe dadurch erschwert.
Die Änderung des GVE-Schlüssels bei Ferkeln führt zu einer Erhöhung des GVE-Besatzes, die Teilnahme am UBAG und anderen Maßnahmen ist für Schweine haltende Betriebe dadurch erschwert.
Im Zuge der 2003 durchgeführten Neuregelung der EU-Ausgleichszahlungen für die Landwirtschaft wurde festgelegt, dass für den Erhalt von Zahlungen aus der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP-Zahlungen) so genannte „anderweitige Verpflichtungen = Cross Compliance (CC)“ einzuhalten sind.
Seit 2005 sind die CC-Bestimmungen für den Erhalt von Marktordnungs-Direktzahlungen (Einheitliche Betriebsprämie, Schlachtprämie, Mutterkuhprämie etc.) in voller Höhe einzuhalten. Seit 2007 sind die CC-Auflagen auch für ausgewählte Maßnahmen der Ländlichen Entwicklung 2007 bis 2013 Voraussetzung:

Ø Umweltprogramm ÖPUL 2007
Ø Zahlungen für naturbedingte Nachteile in Berggebieten (Ausgleichszulage)
Ø Natura 2000
Ø Erstaufforstung landwirtschaftlicher Flächen
Ø Waldumweltmaßnahmen

In Österreich sind ausgewählte Bestimmungen aus 19 Rechtsmaterien relevant. Eines der bedeutendsten Gesetze von diesen ist für tierhaltende landwirtschaftliche Betriebe das Österreichische Aktionsprogramm, mit dem die Vorgaben der EU-Nitrat-Richtlinie umgesetzt werden.

Kontrolle
Laut Vorgaben müssen zumindest 1 % der Betriebe im Rahmen von Vor-Ort-Kontrollen auf Einhaltung der CC-Bestimmungen durch die AMA kontrolliert werden. Darüber hinaus sind alle Betriebe flächendeckend per EDV auf Einhaltung der Grenze max. 170 kg N ab Lager aus Wirtschaftsdünger zu überprüfen. Als Grundlagen werden die Flächennutzungsliste und die Tierliste herangezogen.
Es wird daher dringend empfohlen, dass sich auch Betriebe, die nicht an den ÖPUL 2007-Maßnahmen „Bio“ bzw. „UBAG“ teilnehmen, mit dieser Materie beschäftigen. Dies kann einerseits bei einer Vor-Ort-Kontrolle zu einer entsprechenden Verkürzung der Kontrolldauer führen. Andererseits können Probleme bei Kontrollen verhindert werden.

Autor: DI Franz XAFER HÖLZL, Landwirtschaftskammer Oberösterreich

Schweinehaltung und UBAG-Teilnahme

Teilnehmer an der ÖPUL-2007-Maßnahme Umweltgerechte Bewirtschaftung von Acker- und Grünlandflächen (UBAG) haben neben zahlreichen anderen Förderungsvoraussetzungen auch eine Viehbestandsdichte von 2,0 GVE je Hektar einzuhalten. Eine Voraussetzung, die nicht immer einfach zu erfüllen ist, vor allem von Ferkelproduzenten.

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Bei Bauvorhaben ist zu beachten, dass der höchstzulässige GVE-Besatz nicht nur im Einstiegsjahr zu erfüllen ist, sondern in jedem einzelnen Jahr der UBAG-Teilnahme.
Bei Bauvorhaben ist zu beachten, dass der höchstzulässige GVE-Besatz nicht nur im Einstiegsjahr zu erfüllen ist, sondern in jedem einzelnen Jahr der UBAG-Teilnahme.
Die im Jahresdurchschnitt gehaltene Anzahl an Schweinen ist maßgebend für die GVE-Berechnung gemäß GVE-Schlüssel (LE 2007 – 2013). Zur Ermittlung der Viehbestandsdichte wird anschließend durch die selbstbewirtschaftete landwirtschaftliche Nutzfläche gemäß Mehrfachantrag Flächen dividiert. Dabei werden alle Flächen berücksichtigt (auch Brache, Blühstreifen) außer Energieholzflächen und Christbaumkulturen. Zu beachten ist jedenfalls, dass dieser höchstzulässige GVE-Besatz von 2,0 je Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche (LN) nicht nur im Einstiegsjahr zu erfüllen ist, sondern in jedem einzelnen Jahr der UBAG-Teilnahme. Betriebe, welche innerhalb des Verpflichtungszeitraumes dieser ÖPUL-Maßnahme eine Aufstockung des Schweinebestandes überlegen, haben hier einen zusätzlichen Kalkulationsbedarf. Aber auch bei gleich bleibendem Viehstand ist beispielsweise durch den Verlust von (Pacht)Flächen die zulässige Viehbesatzdichte nicht immer einhaltbar.

Fazit
Die ÖPUL-Maßnahme UBAG stellt insbesondere tierhaltende Betriebe vor Begrenzungen und Teilnahmevoraussetzungen, welche bereits bei mittleren Viehbesatzdichten kaum zu erfüllen sind. Im Schweinebereich wird die Begrenzung auf maximal 2,0 GVE/ha schlagend, der anfallende Wirtschaftsdüngerstickstoff stellt nicht das Problem dar. Jedenfalls sind die Beschränkungen im Vergleich zur Messlatte Cross Compliance erheblich. Die Abgeltung der Auflagen beträgt € 85.- je Hektar Ackerfläche (UBAG-Prämie). Vor allem Betriebe mit höherem Viehbesatz bzw. mit dem Vorhaben der Ausweitung der Tierhaltung werden eine UBAG-Teilnahme gründlich überdenken müssen.

Autor: DI Josef SPRINGER, Landwirtschaftskammer Niederösterreich


Aktualisiert am: 14.01.2008 13:05
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