Schweden plant Verbot der betäubungslosen Ferkelkastration

In Schweden planen Regierung, Schweinehalter und Verarbeiter ein Verbot der betäubungslosen Ferkelkastration. Wichtige Schlagworte dabei sind Kostenausgleich und Wettbewerbsfähigkeit.
Für die Mehrkosten, die für die Betäubung vor der Kastration männlicher Ferkel entstehen, sollen die schwedischen Landwirte einen Ausgleich erhalten.
Für die Mehrkosten, die für die Betäubung vor der Kastration männlicher Ferkel entstehen, sollen die schwedischen Landwirte einen Ausgleich erhalten.
Die schwedische Regierung plant eine deutliche Verschärfung der Tierschutzauflagen bei der Ferkelkastration und greift damit eine laufende Kampagne der eigenen Schweinehalter und -verarbeiter auf. Wie das Landwirtschaftsministerium in Stockholm Mitte Juli mitteilte, will das Parlament die obligatorische Betäubung von männlichen Ferkeln vor der Kastration einführen. Den Angaben zufolge soll diese Regelung Teil des nationalen Tierschutzgesetzes werden und spätestens ab dem 1. Januar 2016 gelten. Bereits ab September 2012 sollen Schweinehalter einen Ausgleich für die Kosten erhalten, die bei der Anästhesie oder für Impfungen gegen Ebergeruch anfallen. Ferner will man im Programm zur ländlichen Entwicklung kostenlose Ausbildungsmaßnahmen für Landwirte zur fachgerechten Betäubung von Schweinen anbieten. Der schwedische Landwirtschaftsminister Eskil Erlandsson begrüßte das Entgegenkommen der Agrarbranche bei der Verbesserung der Tierschutzstandards im Schweinesektor, warnte aber, die Wettbewerbsfähigkeit der Tierhalter dürfe dabei nicht aus den Augen verloren werden. Bevor die Änderungen auf breiter Ebene wirksam würden, müsse gewährleistet werden, dass die Landwirte trotz der höheren Kosten, die aus dem verbesserten Tierwohl resultierten, weiterhin auf den freien Märkten bestehen könnten.

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Aktualisiert am: 31.07.2012 08:40
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