Schutz vor Einkommensausfällen

Die europäischen Landwirte sollen künftig einen finanziellen Ausgleich erhalten, wenn sie unter hohen Einkommenseinbußen leiden - unabhängig von der Ursache. Dies berichtet die "Frankfurter Allgemeine" (FAZ). Sie beruft sich hierbei auf einen inoffiziellen Entwurf der EU- Kommission.
Die Regelung würde auf greifen, wenn die Erzeugerpreise an den Agrarmärkten stark sinken oder Betriebsmittelkosten deutlich ansteigen.
Die Regelung würde auf greifen, wenn die Erzeugerpreise an den Agrarmärkten stark sinken oder Betriebsmittelkosten deutlich ansteigen.
Selbiger inoffizieller Entwurf der EU-Kommission bezieht sich auf die Neuausrichtung der europäischen Agrarpolitik, Kommissar Dacian Ciolos will ihn im Herbst offiziell vorstellen. Sinkt das Einkommen eines Bauern in einem Jahr um mehr als 30 %, verglichen mit dem durchschnittlichen Wert der Vorjahre, so soll er Anspruch auf Ausgleichszahlungen aus dem EU-Budget im Rahmen der Ländlichen Entwicklung erhalten können. "Diese Art der Entschädigung ist eine der Optionen, die die Kommission intern in Erwägung zieht", sagte ein Sprecher der Behörde zur Nachrichtenagentur dpa.

Ausgleichszahlungen sollen auf 70% der Einkommensverluste begrenzt werden

Die Regelung würde nicht nur bei wetterbedingten Einbußen oder Tierkrankheiten greifen, sondern auch, wenn die Erzeugerpreise an den Agrarmärkten stark sinken oder Betriebsmittelkosten deutlich ansteigen. Die Ausgleichszahlungen sollen aber auf 70% der Einkommensverluste begrenzt werden. Verluste von mehr als 30% sind in der EU durchaus häufig. Nach einer Studie der Kommission verzeichneten knapp 20% der Landwirte in Europa in einem Jahr Einbußen in dieser Höhe. Ciolos propagiert in dem internen Papier, dass Versicherungslösungen für den Fall von Produktionsausfällen gestärkt werden sollen. Die Prämien dafür könnten aus dem EU-Budget (Ländliche Entwicklung) bezuschusst und die Entschädigung über einen eigenen Fonds für Verdienstausfälle abgewickelt werden.
Dieses Entschädigungsmodell sei "nur Teil der aktuellen Debatte, entschieden wurde noch nichts", betonte ein Sprecher von Ciolos gegenüber der dpa. Im Oktober will die Kommission ihre Vorschläge für die Neuausrichtung der Agrarpolitik auf den Tisch legen. Unabhängig von den Mitteln für das Risikomanagement im Rahmen der Ländlichen Entwicklung werden von der Kommission rund EUR 3,5 Mrd. außerhalb des Finanzrahmens für 2014 bis 2020 vorgeschlagen, diese sind als neue Reserve zur Bewältigung spezieller Katastrophen im Agrarsektor wie der EHEC- oder Milchkrise vorgesehen.


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Aktualisiert am: 12.08.2011 08:12
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