Schulreife oder Schulfähigkeit?

Man weiß heute, dass das biologische Heranwachsen eines Kindes nicht ausreicht, um die Kompetenzen zu erlangen, die es braucht, um die Anforderungen der Schule zu meistern. Der Begriff Schulreife hat sich umgangssprachlich erhalten, während aber die Begriffe Schulfähigkeit und auch Schulbereitschaft besser zutreffen.
Der Schulanfang bedeutet Abschied und Neubeginn, Loslassen und Wachsen lassen.
Der Schulanfang bedeutet Abschied und Neubeginn, Loslassen und Wachsen lassen.
Prinzipiell ist festzustellen, dass ein Kind dann schulfähig ist, wenn dessen bereits entwickelten Kompetenzen den Anforderungen der Schule entsprechen. Eine intensive Auseinandersetzung mit den Kulturtechniken kurz vor dem Schuleintritt kann nicht vorhandene Fertigkeiten nicht wettmachen. Vielmehr sind es die geistigen und sozialen Anregungen und Förderungen, mit denen sich ein Kind im Laufe seines bisherigen Lebens in der Familie und im Kindergarten auseinandersetzen konnte, die es schulfähig machen! Zu den Anforderungen gehören die kognitiven Leistungen (differenzierte visuelle und akustische Wahrnehmung, Behaltensleistungen, Zahlen- und Mengenbegriffe, Sprache und sprachliche Ausdrucksfähigkeit). Das sind wichtige Voraussetzungen dafür, dass das Kind dem Unterricht folgen und sich selbst einbringen kann.
Das passive Konsumieren von Multimedia im Vorschulalter (Fernseher, Computer, Internet etc.) sind der Entwicklung zur Schulfähigkeit nicht dienlich.
Eine weitere wichtige Voraussetzung ist die soziale Kompetenz. Das Selbstbewusstsein sollte dem Kind gestatten, angstfrei mit altersgemäßen Situationen umzugehen, sich sowohl als Gruppenmitglied als auch als Einzelwesen einzufügen und zu behaupten.

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Aktualisiert am: 01.09.2004 15:26
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