Schotterspeicher: Hält er was er verspricht?

Eine einfache Möglichkeit, die Zuluft-Temperatur im Winter anzuheben und im Sommer abzusenken eröffnet der Einsatz von Erdwärmetauschern. Der Geothermische Schotterspeicher hat sich dabei zu einer seriösen Variante entwickelt.
Zuluftkühlung durch den Schotterspeicher im Sommer. Im Winter ist laut Hersteller in der Aufzucht im dargestellten Fall (Unterflur-Betriebsgang-Zuluft) eine Heizung im Steigkanal oder eine Kleinklimaheizung sinnvoll.
Zuluftkühlung durch den Schotterspeicher im Sommer. Im Winter ist laut Hersteller in der Aufzucht im dargestellten Fall (Unterflur-Betriebsgang-Zuluft) eine Heizung im Steigkanal oder eine Kleinklimaheizung sinnvoll.
Die Problematik ist jedem Schweinehalter bekannt: An heißen Sommertagen liegen die Tiere apathisch am Boden und versuchen, so wenig Körperkontakt wie möglich zu den Artgenossen aufzubauen. Bewegung spielt sich nur in den Morgenstunden ab, wenn die Abkühlung der Nacht vorübergehend ein erträgliches Stallklima geschaffen hat. Ein Rückgang der Zunahmen, verminderte Fertilität, ja sogar Todesfälle können die Folgen sein.

Kinderkrankheiten
Das Prinzip ist einfach: Die gesamte Zuluft muss einen unter dem Stall befindlichen Schotterspeicher durchströmen, welcher die Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht kompensieren soll. Messungen am heutigen LFZ Raumberg-Gumpenstein in den 90er Jahren zeigten aber so manche Mängel auf. So stellte sich heraus, dass es durch die Verwendung von zu feinem Kies zu großen Luftwiderständen kommt.

Ausgereiftes System
Der Grund für die dargestellte Effektivitätssteigerung liegt in der mittlerweile bereits sehr ausgereiften Systematik des Schotterspeichers. So sollte das Gestein eine Siebung zwischen 50 und 150 mm aufweisen. Feinere Siebungen erhöhen zwar die Wirkung, aber auch den Unterdruck. In der Praxis wurden je nach Größe des Schotterspeichers und des Gesteins in den letzten Jahren Unterdrücke zwischen 35 und 55 Pascal festgestellt. Die Zuluft gelangt an den beiden Längsseiten des Stalls über so genannte Zuluftkanäle, welche den Stall unter der Bodenplatte der Breite nach durchqueren, in den parallelen, 3 Meter breiten Schotterspeicher. Dieser Speicher ist an beiden Längsseiten mittels Baustahlgitter von den benachbarten Luftkanälen abgegrenzt. Nachdem die Zuluft den Schotterspeicher der Breite durchquert hat, sammelt sie sich im so genannten Steigkanal und gelangt über den Steigschacht in den Zentralgang. Von dort kommt die Luft über das jeweilige Zuluftsystem (Porendecke, Betriebsgang, Unterflur, Nasenlüftung, Rieselkanäle,…) in das Abteil.
Bleibt noch die Frage nach den biologischen Leistungen. Dazu gibt es keine gesicherten Untersuchungen und aus der Praxis keine eindeutigen Beobachtungen. Es kann aber davon ausgegangen werden, dass die genannten Vorteile des Systems (Zuluftkühlung im Sommer, Anwärmung im Winter, Reduktion der Tag-Nacht-Schwankungen, Stabilisierung der Luftfeuchtigkeit, weniger CO2- und Ammoniak-Gehalt in der Abluft) dem Betriebsleiter die Möglichkeit schaffen, das Leistungspotenzial der Schweine stärker auszuschöpfen.

Autoren: Roman GOLDBERGER, Rainbach und Reinhild JÄGER, Oberaich


Aktualisiert am: 20.08.2009 15:31
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