Schneckenbekämpfung bei Raps

Das strategische Bekämpfungsziel der Ackerschnecken liegt unter anderem in der Verschlechterung der Lebensbedingungen des Schädlings. Bevorzugt befallen werden in erster Linie zarte Pflanzen, insbesondere Keimlinge. Um größere Schäden zu vermeiden, ist es in den meisten Fällen nötig, die Schnecken aktiv zu bekämpfen.
Die Bekämpfung von Schnecken zum richtigen Zeitpunkt ist wesentlich für eine Minimierung des Schadens bei Raps.
Die Bekämpfung von Schnecken zum richtigen Zeitpunkt ist wesentlich für eine Minimierung des Schadens bei Raps.
Schnecken haben eine hohe Empfindlichkeit gegenüber Licht, UV-Strahlung und Trockenheit. Neben der Feuchtigkeit ist die Temperatur für die Schneckenaktivität die elementarste Einflussgröße. Ackerschnecken nehmen im Temperaturfenster von 4 °C bis 20 °C ihre Aktivität auf. Darüber und darunter ziehen sie sich in tiefere Bodenschichten zurück. Bei der Fruchtfolge sollte zumindest an den leicht gängigen Schrauben zur Verringerung der Schneckendichte gedreht werden. So erweist sich die Abwechslung von Winter- und Sommerkulturen als sehr zweckdienlich. Direkt- und Mulchsaaten fördern den Schneckenbesatz. Durch die wendende Bodenbearbeitung im Spätherbst hingegen werden die in tiefere Bodenschichten abgewanderten Ackerschnecken „ausgepflügt“ und verenden aufgrund der niedrigen Temperaturen.

Ackerschnecken können nicht graben und sind daher auf vorhandene Hohlräume im Boden angewiesen. Daher muss es das Ziel der Bodenbearbeitung sein, diese Hohlräume auf ein Minimum zu reduzieren. Neben einem feinenkrümeligen Saatbett vermindert das Walzen nach der die Hohlräume im Boden. Zu einer integrierten Schneckenbekämpfung gehört auch die Förderung der natürlichen Feinde. Ein wesentlicher Feind der Ackerschnecke ist der Laufkäfer.

Für die chemische Schneckenbekämpfung stehen dem Landwirt bei Raps Präparate dreier Wirkstoffgruppen zur Verfügung: Metaldehyd, Methiocarb und Eisen(III)Phosphat. Auf die Regenstabilität des Produktes ist unbedingt zu achten, da diese auch bei Feuchtigkeit ihre Wirkung langsamer verlieren. Die geforderte Wirksamkeit bedingt, dass der Köder in Reichweite der Schnecke angeboten werden muss. Als Richtschnur gelten ca. 35 Köder pro m² flächendeckend über das gesamte Feld. Durch Randstreuungen wird lediglich die Zuwanderung der Spanischen oder Grauen Wegschnecken unterbunden. Die mit Abstand dominanteste Schneckenart im Raps, die Genetzte Ackerschnecke, befindet sich aber im Boden und wird dadurch nicht bekämpft. Bei der Wahl des Schneckenköders ist auch zu beachten, dass sich nicht jedes Produkt mittels Düngerstreuer ausstreuen lässt. Zu spröde Körner werden durch die Reibung vermahlt und verschießen die Öffnung zu den Streutellern.

Der Zeitpunkt der Ausbringung des Schneckenköders entscheidet über dessen Effizienz. Ziel ist der Schutz des Rapsbestands vorwiegend während der empfindlichen Entwicklungsstadien. Die Rapspflanze bleibt bis zum 4-Blatt-Stadium gefährdet. Den mit Abstand höchsten Schutz bietet die zweimalige Schneckenkornanwendung, zur Saat und beim Auflaufen (El Titi et al, 2010).


Aktualisiert am: 24.08.2011 14:53
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