Schmidt unterstützt Ferkelkastration unter örtlicher Betäubung

„Wir werden die Lokalanästhesie mit aller Kraft umsetzen“, versicherte der deutsche Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt am 16. Mai 2017 in Berlin. Er unterstützt damit die von Branchenvertretern eingebrachte Herriedener Erklärung.
Minister Schmidt sprach sich Mitte Mai 2017 in Berlin für die Lokalanästhesie als eine Alternative zur betäubungslosen Ferkelkastration aus. Foto: Agrarfoto
Minister Schmidt sprach sich Mitte Mai 2017 in Berlin für die Lokalanästhesie als eine Alternative zur betäubungslosen Ferkelkastration aus. Foto: Agrarfoto
Auf einer Veranstaltung des neuen Bundesverbandes Rind und Schwein gestern in Berlin sprach sich der Minister für die Lokalanästhesie als weitere Alternative neben dem Eingriff unter Narkose, der Immunokastration und der Jungebermast aus. Schmidt stellte sich damit hinter die Anfang April von Erzeugern, Schlachtunternehmen und Organisationen der Schweinebranche in der „Herriedener Erklärung“ erhobene Forderung nach einem „4. Weg“.
Der CSU-Politiker begründete seine Position mit den Belangen der kleinen und mittleren Betriebe. Ohne eine für sie kostengünstige Alternative drohten diese Betriebe mit dem Ausstieg aus der betäubungslosen Kastration zum 1. Januar 2019 auf der Strecke zu bleiben. „Wir werden die Lokalanästhesie mit aller Kraft umsetzen“, versicherte der Minister. Bislang offene Fragen müssten allerdings noch geklärt werden.

Magdeburger Urteil: Schmid warnt vor Strukturbruch
Ein behutsames Vorgehen mahnte Schmidt bei der Umsetzung des Magdeburger Kastenstandurteils an. Insbesondere bedürfe es eines hinreichenden Bestandsschutzes. Andernfalls drohe ein Strukturbruch. Der Minister forderte die Länder auf, eine gemeinsame Lösung zu entwickeln und Alleingänge zu vermeiden.

Schmidt verteidigte sein Vorgehen bei der geplanten Einführung eines staatlichen Tierwohllabels. Auch hier gehe „Sorgfalt vor Schnelligkeit“, um die Betriebe mitzunehmen. Bei der Umsetzung des Labels tendiert der Minister zu einer Fondslösung nach dem Vorbild der Brancheninitiative Tierwohl. Man werde sicherstellen, dass die Erzeuger nicht auf ihren Kosten sitzen blieben. Dazu müssten der Lebensmitteleinzelhandel und die Verarbeitungsunternehmen einbezogen werden.

Aktualisiert am: 18.05.2017 08:01