Schmallenberg-Virus erreicht Österreich

Wie die AGES mitteilt, hat der Schmallenberg-Virus (SBV) nun auch Österreich erreicht. Es besteht allerdings kein Risiko für den Menschen und die Lebensmittelerzeugung.
Die mit dem Schmallenberg-Virus infizierten Tiere bauen nach einer kurzen Erkrankung eine beständige körpereigene Immunabwehr auf.
Die mit dem Schmallenberg-Virus infizierten Tiere bauen nach einer kurzen Erkrankung eine beständige körpereigene Immunabwehr auf.
Mitte September hat die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) im Rahmen ihres seit Jahresbeginn eingerichteten Monitorings SBV-Antikörper in Rindern und Schafen nachgewiesen. Für den Menschen stellt dieses Virus kein Risiko dar: Eine Ansteckung ist weder in direktem Kontakt mit Tieren noch durch Lebensmittel tierischer Herkunft möglich, geben die Gesundheitsbehörden bekannt. Die infizierten Tiere bauen nach einer kurzen Erkrankung, die sich meist durch milde klinische Symptome ausdrückt und vom Tierhalter oft übersehen wird, eine beständige körpereigene Immunabwehr auf. Bei trächtigen Tieren kann die Infektion zu Fruchtschädigungen und daraus fallweise resultierenden Geburtsproblemen führen, teilt die AGES mit. Erfahrungen in Deutschland und den Niederlanden weisen bei 1% der Rinder- und 4% der Schafbestände SBV-assoziierte Aborte oder Geburten lebensschwacher Kälber, Lämmer oder Zicklein mit Fehlbildungen aus. Das deutsche Friedrich-Löffler-Institut (FLI - Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit) hat im November 2011 erstmalig ein bisher unbekanntes Orthobunyavirus nachgewiesen, das durch Gnitzen übertragen wird. Neben Belgien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien und den Niederlanden konnte das Virus mittlerweile auch in Luxemburg, Spanien, Italien und Dänemark sowie in der Schweiz nachgewiesen werden.

Bei Verdacht Probe an die AGES schicken
Beim Schmallenberg-Virus handelt es sich gemäß Internationalem Tierseuchenamt OIE um keine anzeigepflichtige Erkrankung. Trotzdem wird die Entwicklung von den österreichischen Veterinärbehörden sehr aufmerksam beobachtet. Das Gesundheitsministerium (BMG) hat mit den Landesveterinärdirektoren und den betroffenen Verkehrskreisen die weitere Einsendung von Proben verdächtiger Tiere an die AGES vereinbart. Es weist zudem darauf hin, dass Landwirte Rinderaborte gemäß Deckseuchengesetz melden müssen. Auch für kleine Wiederkäuer werden Abortuntersuchungen bei SBV-Verdachtsfällen angeboten. Die Kosten dafür werden bis Jahresende vom BMG übernommen. AIZ

Mehr Informationen zum Schmallenberg-Virus


Aktualisiert am: 25.09.2012 21:50
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