Schlaganfall – was nun?

Ein Schlaganfall ist eine typische Erkrankung des höheren Lebensalters, er kommt jedoch auch bei jungen Menschen vor. Der folgende Beitrag hilft Ihnen die Anzeichen zu erkennen und gibt Tipps für den Umgang und die Pflege von Schlaganfallpatienten.
Der richtige Umgang mit einem Schlaganfallpatienten will gelernt sein. So werden Folgeschäden vermieden.
Der richtige Umgang mit einem Schlaganfallpatienten will gelernt sein. So werden Folgeschäden vermieden.
Beim Schlaganfall handelt es sich um eine Verletzung des Gehirns, die zu einer Beeinträchtigung des Denkens, Fühlens und Handelns führen kann. Insbesondere auch die Sprache ist oft stark betroffen. Der Schlaganfall wird durch geplatzte oder plötzlich verschlossene Gehirnarterien hervorgerufen. Eine weniger häufige Schlaganfallform entsteht dadurch, dass eine geschädigte Arterie zerreißt. Dadurch kommt es zu einer Gehirnblutung, dem so genannten „hämorrhagischen“ (= blutungsbedingten) Hirninfarkt.

Symptome
Erste Anzeichen von Gehirngefäßveränderungen können plötzliche Defizite hervorrufen.
Als typische Warnzeichen (sofort einen Arzt aufsuchen) gelten:
• plötzliche Schwäche oder Gefühlsstörungen einer Körperseite, besonders des Gesichts oder des Arms
• plötzlicher Verlust der Sprechfähigkeit oder Schwierigkeiten, Gesprochenes zu verstehen
• plötzliche Sehstörungen, vor allem wenn sie nur auf einem Auge auftreten
• erstmalig oder plötzlich auftretende heftige Kopfschmerzen
• vorübergehende Doppelbilder
• plötzlich einsetzender Schwindel mit Gangunsicherheit
Diese vorübergehende Mangeldurchblutung kann als Warnzeichen eines drohenden Schlaganfalls interpretiert werden.
Bei Verdacht auf einen Schlaganfall sollte der Betroffene so rasch wie möglich in ein Krankenhaus, möglichst mit einer neurologischen Abteilung, gebracht werden.

Vorsicht: In der Regel tut ein Schlaganfall nicht weh. Im Unterschied zum Herzinfarkt fehlt beim Hirninfarkt der Schmerz als deutliches Warnsignal oft gänzlich. Dies führt häufig dazu, dass die Gefahr des Ereignisses nur unzureichend erkannt wird. Jeder Schlaganfall ist als Notfall zu betrachten!

Tipps zur Wohnungs- und Raumgestaltung
• Beseitigung von Stolperfallen und unnötige Barrieren
• Sorgen Sie für rutschfeste Teppichunterlagen und Duschmatten
• Bringen Sie Haltegriffe im Bad, Toilette und im Eingangsbereich an.
• Bei Stühlen sollte man auf stabile, hohe Rückenlehnen und einen nicht zu weichen und nicht zu niedrigen Sitz achten, das erleichtert das Aufstehen und Hinsetzen.
• Schlaganfallpatienten haben die Tendenz, ihre gelähmte Seite zu ignorieren. Die Zimmergestaltung sollte deshalb so sein, dass der Nachttisch an der betroffenen (gelähmten) Seite steht. Der Patient kann dieser somit nicht ausweichen und verliert diese nicht aus dem Blick und Gedächtnis, sondern bezieht sie in die Wahrnehmung und die Aktivitäten stets mit ein.
• Richten Sie den Standort des Bettes und der Sitzgelegenheiten ebenfalls so ein, dass sich auch Besucher dem Patienten von der gelähmten Seite her nähern und zuwenden.

Allgemeines
• Helfen Sie nur in dem Ausmaß, das wirklich erforderlich ist.
• Beziehen Sie stets die gelähmte Seite mit in den Arbeitsablauf mit ein.
• Seien Sie geduldig und lassen Sie dem Patienten (und sich selbst) Zeit.
• Vermeiden Sie rückblickende Vorwürfe („Hättest du nur…“) und lenken Sie auch die Aufmerksamkeit des Betroffenen, wenn dieser zu Schuldgefühlen neigt, in die Zukunft.
• Versuchen Sie, positiv zu denken und zu wirken, aber geben Sie auch eigene Schwächen und Krisen zu: Das gibt dem anderen auch die Chance, einmal stärker zu sein und Ihnen zu helfen.

Autorin: Waltraud STURM, Österreichisches Rotes Kreuz


Aktualisiert am: 07.08.2009 10:07
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