Schlachtschweinepreise notieren seitwärts

Die eu-weiten Schlachtschweinepreise konnten sich Mitte Juli nur knapp behaupten. Im Vergleich zum Vorjahr konnten 6,6 % mehr erzielt werden. Für die 30. Kalenderwoche hellte sich die Stimmung wieder etwas auf.
In Österreich bleibt der Mastschweinepreis für die KW 30 auf dem Vorwochenniveau (Basispreis: 1,48 €).
In Österreich bleibt der Mastschweinepreis für die KW 30 auf dem Vorwochenniveau (Basispreis: 1,48 €).
Die Preise für Schlachtschweine haben sich Mitte Juli in der Europäischen Union nur knapp behaupten können. In der Woche zum 15. Juli 2012 ermittelte die EU-Kommission einen Durchschnittspreis von 168,10 Euro/100 kg Schlachtgewicht (SG); das waren 0,66 Euro oder 0,4 % weniger als in der Vorwoche; das Vorjahresniveau wurde aber weiterhin übertroffen, und zwar um 6,6 %. Die größten Einbußen mussten in der Berichtswoche die Schweinemäster in den Niederlanden hinnehmen; dort sank der Auszahlungspreis um 3,3 %. Grund war der Rückgang des deutschen Vereinigungspreises in der Vorwoche. Auch am deutschen Markt waren dessen Folgen in der Berichtsperiode noch zu spüren. Nach Angaben der Bundesanstalt für Ernährung und Landwirtschaft (BLE), die die deutschen Preise an die Brüsseler Kommission meldet, verringerte sich in Deutschland das Auszahlungsniveau um 1,2 % auf 163,20 Euro/100 kg Kaltgewicht. Zu den weiteren Verlierern zählten die Erzeuger in Frankreich und Belgien, deren Erlöse um 1,8 % beziehungsweise 1,5 % gegenüber der Vorwoche nachgaben. Etwas schwächer tendierten mit Abschlägen von jeweils 0,6 % auch die Notierungen in Polen, Lettland und der Slowakei. In Dänemark, Österreich und Spanien blieben die Preise dagegen wie in den Vorwochen stabil; das galt auch für Portugal. Mehr Geld für ihre Schlachtschweine erzielten zuletzt nur die Mäster in Italien. Dort stieg die Notierung infolge des hitzebedingt knappen Angebots um 2,1 % gegenüber der Vorwoche.

Stimmung am Schlachtschweinemarkt in KW 30 besser
Am Schlachtschweinemarkt scheint der Druck auf den Schweinepreis durch die Schlachtbetriebe nachzulassen. Die Erzeugerseite berichtete im Vorfeld der Notierung am vergangenen Freitag von einer besseren Nachfrage für Schlachtschweine, die normal zu platzieren seien. Der für den Kassamarkt relevante Vereinigungspreis wurde mit 1,60 Euro/kg Schlachtgewicht (SG) innerhalb einer Spanne von 1,60 Euro/kg bis 1,63 Euro/kg auf dem Vorwochenniveau bestätigt. Das obere Spannenende zeigte allerdings an, dass erste Vermarkter bereits höhere Preise für Schlachtschweine gemeldet hatten. Am Frankfurter Terminmarkt führte die freundlichere Stimmung im Verlauf der vergangenen Woche für Kursgewinne bei den Schweinefutures. Der Frontmonat Juli ging am Freitag mit 1,606 Euro/kg aus der Börsenwoche; das waren 0,6 Cent/kg mehr als eine Woche zuvor. Stärker legte mit einem Plus von 3,7 Cent/kg der Kurs für den August-Kontrakt zu, der vergangenen Freitag für 1,660 Euro/kg den Besitzer wechselte. Die stärksten Kursaufschläge verbuchten die Futures mit den späteren Erfüllungsterminen im September mit 4,5 Cent/kg beziehungsweise Oktober mit 5,0 Cent/kg. Möglicherweise wurde damit gerechnet, dass aufgrund der hohen Futterkosten weniger Schweine gemästet werden und das Angebot im Herbst eher knapp ausfallen wird.
Am Eurex-Ferkelmarkt wurden derweil lediglich vier Kontrakte umgesetzt. Die drei Juli-Futures wechselten zu einem Preis von 44,00 Euro/Ferkel den Besitzer; am vergangenen Freitag lag der Abrechnungskurs allerdings mit 42,60 Euro/Ferkel nun 2,20 Euro unter dem Vorwochenniveau. Der August-Kontrakt, der in der Berichtswoche einmal für 41,00 Euro/Ferkel gehandelt wurde, ging zum selben Preis aus der Börsenwoche; das waren 1,00 Euro mehr als sieben Tage zuvor.

Aktualisiert am: 24.07.2012 15:21
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