Schlachtschweinepreis in der EU gestiegen

Für die Kalenderwoche 31 vermeldeten viele EU-Länder einen Anstieg des Schlachtschweinepreises. Auch in Österreich und Deutschland ging die Schlachtschweine-Notierung nach oben.
Der Schlachtschweinepreis für die KW 31 ist in einigen EU-Ländern deutlich gestiegen - auch in Österreich.
Der Schlachtschweinepreis für die KW 31 ist in einigen EU-Ländern deutlich gestiegen - auch in Österreich.
An den repräsentativen Märkten der Europäischen Union haben die Notierungen für Schlachtschweine während der Woche zum 22. Juli 2012 leichten Aufwind gespürt. Das von der EU-Kommission ermittelte durchschnittliche Preisniveau je 100 kg Schlachtgewicht (SG) erhöhte sich saisonal um 44 Cent oder 0,3 % auf 168,18 Euro; das Vorjahresniveau wurde damit um 7,1 % übertroffen. Ende der vergangenen Woche kam es in mehreren Mitgliedstaaten, darunter auch Deutschland, dann allerdings zu einem deutlich stärkeren Anstieg der Kassamarktnotierungen, so dass der europäische Durchschnittspreis bald die Marke von 170 Euro/100 kg überwinden dürfte. In der Berichtswoche konnten sich die italienischen Erzeuger bereits über eine Erlössteigerung von 3,5 % gegenüber der Vorwoche freuen. Das sommerlich heiße Wetter in Italien ließ das Angebot schlachtreifer Schweine und deren Gewichte schwinden. Mehr Geld gab es auch für die französischen Mäster, deren Abrechnungspreis im Vorwochenvergleich um 1,3 % anstieg. Mit einem leichten Plus von 0,2 % bis 0,3 % konnten sich die Durchschnittserlöse in Belgien, Österreich (+ 8 Cent/kg) und den Niederlanden gut behaupten. Seitwärts tendierten die Notierungen in Deutschland, Portugal und Dänemark. Dagegen entwickelten sich die Auszahlungspreise in Lettland, Litauen und Polen mit Abschlägen von 0,5 % bis 0,6 % etwas schwächer. Der stärkste Notierungsrückgang in der Berichtswoche wurde für Finnland mit einem Minus von 1,6 % gemeldet.

Kräftiger Preisanstieg in Deutschland
Die Notierung für Schlachtschweine ist am vergangenen Freitag in Deutschland kräftig gestiegen. Am Kassamarkt kletterte der maßgebliche Wert der Vereinigung der Erzeugergemeinschaften um 10 Cent/kg auf 1,70 Euro/kg Schlachtgewicht (SG). Seit den Preisturbulenzen während der Dioxinkrise im Januar 2011 hat es keine solch starke Aufwärtsentwicklung mehr gegeben. Die Vereinigung begründete den Preissprung mit einem rückläufigen Schweineangebot, das die Nachfrage der Schlachtbetriebe klar unterschreite. Marktbeobachtern zufolge lehre die Vergangenheit, dass Schweine bei Temperaturen von mehr als 30 °C deutlich langsamer wüchsen und sich so das Angebot verknappe. Hinzu komme, dass aufgrund der laufenden Getreideernte die Vermarktung der Schweine auch mal hintangestellt werde. Die Preishausse in Deutschland dürfte auch in den EU-Nachbarländern für anziehende Notierungen sorgen. In Dänemark erhöhte Danish Crown den Basispreis bereits am vergangenen Donnerstag um fast 3 Cent/kg SG, in Italien ging es um 5 Cent/kg Lebendgewicht nach oben. Österreich meldete am Freitag einen Anstieg um 8 Cent/kg.

Aktualisiert am: 30.07.2012 13:30
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