Schlachtschweine werden wieder teurer

Nach einer langen Durststrecke wurden die Leitnotierungen für Schlachtschweine in Österreich und Deutschland um 8 Cent pro kg angehoben. Die ISN kritisierte das Absenken der Preise für Frischfleisch im Lebensmitteleinzelhandel, es passe nicht zur aktuellen Marktlage.
Die Notierung für Schlachtschweine zogen nach langem Stillstand wieder deutlich an.
Die Notierung für Schlachtschweine zogen nach langem Stillstand wieder deutlich an.
Am deutschen Schlachtschweinemarkt ist nach wochenlangem Stillstand Bewegung in die Preise gekommen. Die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften (VEZG) setzte ihre Leitnotierung für den Kassamarkt am vergangenen Freitag um 8 Cent/kg auf 1,68 Euro/kg Schlachtgewicht (SG) nach oben. Nach Angaben der Organisation steht für die aktuelle Schlachtwoche nur ein unterdurchschnittliches Schweineangebot zur Verfügung, das den gestiegenen Bedarf der Schlachtunternehmen nicht voll abdecken kann. Der Einzug des Sommers habe dem Fleischmarkt Impulse verliehen und insbesondere den Grillfleischabsatz angekurbelt, so die VEZG.
Die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) berichtete ebenfalls von einem Nachfrageüberhang am Schlachtschweinemarkt, in dessen Folge bereits vor der Notierung von den Schlachtunternehmen deutliche Aufschläge hätten gezahlt werden müssen, um ausreichende Stückzahlen zu erhalten. Vor diesem Hintergrund kritisierte die ISN erneut das Absenken der Preise für Frischfleisch im Lebensmitteleinzelhandel zu Monatsbeginn. Diese passe in keinster Weise zur aktuellen Marktlage.

Preisanstiege auch in Österreich und weiteren EU-Ländern
Der jüngste Anstieg der Schweinepreise beschränkte sich nicht allein auf Deutschland, sondern erstreckte sich bei rückläufigem Schlachtschweineangebot mehr oder weniger über ganz Europa. In Österreich berichtete der Verband Landwirtschaftlicher Veredlungsproduzenten (VLV) von einem um 10 % kleineren Schlachtschweineangebot, das einer um 10 % gewachsenen Nachfrage gegenüberstehe, weshalb die dortige Leitnotierung am Freitag ebenfalls um 8 Cent/kg stieg. Auch die Notierungen in Frankreich zogen im Verlauf der vergangenen Woche um 6,2 Cent/kg SG an. In Spanien legte die Notierung um umgerechnet 3,3 Cent und in Dänemark um 2,7 Cent je Kilogramm SG zu.

Aktualisiert am: 11.06.2013 08:29
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