Schlachtsauenmarkt wird in Deutschland von wenigen Unternehmen dominiert

Fast 90 Prozent der Zuchtsauenschlachtungen in Deutschland werden lediglich von fünf Unternehmen durchgeführt. Auf diesen Konzentrationsprozess bei den Schlachtungen macht jüngst die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands aufmerksam.
Der Schlachtsauenmarkt in Deutschland ist noch deutlich konzentrierter als der Schweineschlachtmarkt. Bei den Mastschweinen schlachten die Top 5 Schlachtbetriebe immerhin "nur" 61 Prozent der Tiere.
Der Schlachtsauenmarkt in Deutschland ist noch deutlich konzentrierter als der Schweineschlachtmarkt. Bei den Mastschweinen schlachten die Top 5 Schlachtbetriebe immerhin "nur" 61 Prozent der Tiere.
Viele höchst unterschiedliche Zahlen geisterten zu den geschlachteten Sauen umher. Die ISN-Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands e.V. nahm dies zum Anlass, Licht in das Dunkel der Schlachtsauenvermarktung zu bringen. Insbesondere vor dem Hintergrund der angekündigten Mehrheitsbeteiligung der Tönnies-Unternehmensgruppe beim Schlachtbetrieb Tummel sowie den Veränderungen bei der Schlachtsauennotierung im vergangenen Jahr wird immer wieder die Frage diskutiert:

Wer schlachtet eigentlich wie viele Sauen?

Ähnlich wie bei der Ermittlung der Top 10 der Schweineschlachtbetriebe, die bereits seit einigen Jahren von der ISN durchgeführt wird, wurde die Zahl der selbst geschlachteten Sauen im Jahr 2010 bei den einzelnen Schlachtbetrieben erfragt. Nicht berücksichtigt sind dabei die zugekauften Schlachthälften sowie nicht meldepflichtige Schlachtsauen, auch wenn diese teilweise zu einem nicht unerheblichen Teil zur Bedeutung am Sauenfleischmarkt beitragen.

Schlachtunternehmen Tönnies ist größter Schlachter

Die Ergebnisse sind deutlich. Die Top 5 Sauenschlachter erreichen einen Marktanteil von fast 90 Prozent. Dabei zeigt sich, dass der Schlachtsauenmarkt deutlich konzentrierter ist als der Schlachtschweinemarkt. Die Top 5 Schweineschlachtbetriebe schlachten "nur" 61 Prozent der Schweine. Mit großem Abstand führt Tönnies das ISN-Ranking an. Rund 486.900 Sauen beziehungsweise rund 45 Prozent der in Deutschland geschlachteten Sauen kommen bei Tönnies an den Haken. Die Westfleisch erreicht mit 182.000 geschlachteten Sauen den zweiten Platz. Anzumerken ist hier, dass ein großer Teil bei Tummel, Schöppingen, im Lohn geschlachtet wurde. Tummel schlachtet des Weiteren 32.000 Sauen in Eigenregie und belegt damit den siebten Rang.

Auf den Plätzen drei und vier folgen die beiden spezialisierten Sauenschlachter Uhlen, Lengerich mit 115.700 geschlachteten Sauen und Westphal, Herzebrock mit 100.300 Tieren. Der Anteil der beiden Unternehmen an den Sauenschlachtungen liegt bei zehn beziehungsweise neun Prozent. Dicht dahinter konnte sich der BMR Schlachthof, Garrel mit 95.000 ausschließlich im Lohn geschlachteten Sauen auf dem fünften Platz setzen.

Schlachtsauenmarkt wird von wenigen Unternehmen dominiert - Wenige Vermarktungsalternativen für Schweinehalter!

Die Ergebnisse verdeutlichen, dass der Schlachtsauenmarkt von einer Handvoll spezialisierter Unternehmen dominiert wird. Andere Betriebe schlachten Sauen "nebenbei". Zudem werden von den großen Unternehmen in erheblichen Umfang Sauenhälften zur Zerlegung zugekauft. Die Sauenhalter stehen bei der Vermarktung ihrer Schlachtsauen zwischen den Stühlen. Einerseits brauchen sie starke Vermarktungspartner andererseits müssen genügend Vermarktungsalternativen bestehen, beziehungsweise erhalten bleiben (Quelle: agrarheute.com).


Aktualisiert am: 11.05.2011 15:10
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