Schlachtkonzern Tönnies plant Erhöhung der Jungeberschlachtungen

Der Fleischkonzern Tönnies hält an dem eingeschlagenen Kurs der Schlachtung von Ebern fest. Damit wandert eine größer werdende Zahl nicht kastrierter männlicher Tiere Woche für Woche an die Schlachthaken in Rheda-Wiedenbrück.
Wie der Abteilungsleiter Landwirtschaft von Tönnies, Dr. Wilhelm Jaeger, vergangene Woche gegenüber dem Presse- und Informationsdienst AGRA-EUROPE erklärte, ist der Fleischverarbeiter aufnahmebereit für weitere Landwirte, die in die Ebermast einsteigen wollen. Bislang beteiligten sich „einige Hundert“ Schweinemäster, davon viele aus Westfalen, aber auch einige große Betriebe aus den Niederlanden.

Tönnies schlachtet derzeit rund 700 Jungeber pro Tag

Eine Ausweitung der Eberschlachtungen von derzeit rund 700 pro Tag sei geplant. Hintergrund der Aktivitäten von Tönnies ist das seit diesem Jahr geltende Verbot der betäubungslosen Ferkelkastration in den Niederlanden, auf das die Ebermast eine Antwort ist. Deutschland ist aufgrund der engen Handelsverflechtung mit Holland von den Tierschutzregelungen im Nachbarland betroffen. Tönnies war vor rund zwei Jahren in die Eberschlachtung eingestiegen und weitete das Pilotprojekt in diesem Jahr auf das aktuelle Niveau aus. An der Preisgestaltung habe sich in diesem Jahr nichts verändert, erläuterte Jaeger. Auf den Nordwestpreis werde bei den Ebern ein Abzug von 4 Cent/kg fällig.

Eberfleisch wird als Frischfleisch und an die Verarbeitungsindustrie abgesetzt

Die Abnehmer des Eberfleisches stammen Jaeger zufolge sowohl aus dem Frischfleischbereich wie auch aus der Fleischwarenwirtschaft und kommen aus Deutschland ebenso wie aus anderen Ländern. Was die langfristigen Perspektiven der Branche angeht, sieht der Tönnies-Abteilungsleiter den Weg zum kompletten Ausstieg aus der Ferkelkastration vorgezeichnet. Die Aufgabe, möglicherweise geruchsbelastetes Fleisch bestimmter Eber aus der Lieferkette herauszubekommen, hält er durch verschiedene Forschungsaktivitäten für in Angriff genommen. Sein eigenes Projekt einer „elektronischen Nase“ zum Aufspüren von problematischen Fleischpartien hat Tönnies mittlerweile an den Verband der Fleischwirtschaft (VDF) abgegeben und damit auf eine breite Basis gestellt. (Quelle: AgrarEurope)


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Aktualisiert am: 28.12.2009 15:56
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