Schärfere Zulassungspflichten für Futtermittelbetriebe in Kraft

Nach dem Dioxinskandal wurde nun eine EU-Verordnung erlassen, die die Zulassung für Futtermittelbetriebe, die mit rohen pflanzlichen Ölen oder Futterfetten arbeiten, verschärft. Dies soll auch zum Verbraucherschutz beitragen.
Betriebe, die mit Futterfetten oder pflanzlichen Ölen arbeiten, haben absofort strengere Auflagen, was Zulassung, Produktionsströme und Untersuchungen betrifft.
Betriebe, die mit Futterfetten oder pflanzlichen Ölen arbeiten, haben absofort strengere Auflagen, was Zulassung, Produktionsströme und Untersuchungen betrifft.
Futtermittelhersteller dürfen in der EU seit 16.09.2012 nur noch rohe pflanzliche Öle verarbeiten oder Futterfette mischen, wenn sie dafür eine EU-Zulassung haben. Das sieht die EU-Verordnung 225/2012 vor, die am vergangenen Sonntag, 16.9.2012 in Kraft getreten ist. Deutschland hat die europäische Regelung um eine nationale Zulassungspflicht für Unternehmen ergänzt, die mit Futterfetten handeln. Sie sind künftig verpflichtet, den Erwerb aller Fette zu dokumentieren, sowohl Futterfette als auch solche, die nicht für den Futtermittelbereich bestimmt sind, teilt Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner mit. Die Verordnung ist eine Folge des Skandals um mit Dioxin belastetes Tierfutter, der Ende 2010 bekannt wurde und in der Branche für Aufregung sorgte.

Trennung der Produktionsströme
Die EU-Verordnung sieht eine klare Trennung der Produktionsströme vor: Unternehmen müssen die Erzeugung von Fetten für Futtermittel künftig grundsätzlich von der Herstellung von Fetten für die technische Industrie trennen. Neben der Produktion werden auch die Anforderungen an die Beförderung und die Lagerung von Futterfetten verschärft. Behälter, die für Futterfette vorgesehen sind, dürfen grundsätzlich nicht zur Lagerung oder Beförderung von Fetten für die technische Industrie verwendet werden. Auf diese Weise soll verhindert werden, dass Behälter oder Stoffe irrtümlich verwechselt oder vermischt werden.

Verschärfte Untersuchungspflichten
Die EU-Verordnung sieht außerdem verschärfte Untersuchungspflichten für Futterfette auf Dioxine und PCB vor. So müssen Unternehmer, die Futterfette oder -öle sowie daraus hergestellte Erzeugnisse in den Verkehr bringen, ihre Produkte in festgelegten regelmäßigen Abständen auf Dioxine und PCB untersuchen lassen. Rohe pflanzliche Öle und daraus hergestellte Futtermittel müssen ausnahmslos untersucht werden. Eine solche Untersuchungspflicht zu 100 % gilt auch für Fettmischbetriebe. Diese Betriebe müssen entweder die bei ihnen eingehenden Fetterzeugnisse vollständig untersuchen lassen oder die von ihnen daraus hergestellten Produkte.
Die verschärften Zulassungspflichten für Futtermittelbetriebe und vor allem die verpflichtenden Untersuchungen auf Dioxine sollen die Sicherheit von Futter- sowie Lebensmitteln und damit auch den Schutz der Verbraucher erhöhen. Auf Initiative der deutschen Bundesregierung gelten sie nicht nur in der BRD, sondern EU-weit, was laut Aigner vor dem Hintergrund des internationalen Handels mit Futtermitteln und Lebensmitteln erforderlich ist.

Aktualisiert am: 18.09.2012 10:36
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