Schadensbegrenzung nach Hitze und Trockenheit in Kärnten

Die Hitze macht in Kärnten der Viehwirtschaft und den Ackerbauern gleichermaßen zu schaffen. Nun wird seitens des Landes, der Landwirtschaftskammer und der Hagelversicherung versucht, den Bauern schnell Hilfe zukommen zu lassen.
Das schöne Wetter und die Trockenheit machen der Landwirtschaft zu schaffen.
Das schöne Wetter und die Trockenheit machen der Landwirtschaft zu schaffen.
In einem ersten Schritt werde gemeinsam mit der Hagelversicherung das Schadensausmaß punktgenau festgestellt. Landeshauptmann Dörfler habe unterdessen auch die Öffnung des Katastrophenfonds angekündigt, teilte Agrarlandesrat Martinz mit. Weiters werden umgehend die Kosten für eine mögliche Futtermittel-Ankaufsaktion erhoben, wofür jedoch eine Mitfinanzierung des Bundes notwendig sei. "Diese Aktion muss punktgenau ankommen. Wer Hilfe braucht, soll sich auch haben. In den letzten Dürre-Jahren - 2001, 2003 und 2006 - haben wir rund EUR 1,2 Mio. aufwenden müssen", rechnet Martinz vor. Dieses Jahr sei die Dürre laut LK- Präsident Wutscher wesentlich schlimmer als 2006. Im Juni habe es lediglich 55 mm Niederschlag gegeben, im Monat darauf sogar nur mehr 24 mm. Der Jahresdurchschnitt in dieser Zeit beträgt sonst 400 bis 500 mm.

Auch die Viehwirtschaft leidet
Mit Problemen habe aber nicht nur der Ackerbau zu kämpfen, auch die Tiergesundheit stehe auf einem Prüfstand. Herzprobleme bei Schweinen gehören ebenso dazu wie Qualitätsverluste bei Milch. Die Landwirte werden laut Wuscher auf eine harte Probe gestellt. Fehlendes Futter ziehe oft auch Notverkäufe bei Tieren nach sich, was wiederum den Preis unter Druck bringe.

Ernte-Ausfall-Versicherung angedacht
Die Hagelversicherung wartet noch die Vegetationsperiode ab, um die Schäden auszubezahlen. 7% der Kärntner Ackerflächen sind gegen Ernteausfälle durch Dürre versichert, das sind 6.500 Betriebe beziehungsweise die Hälfte der Bauern. Grünland ist noch nicht versicherbar! "Deshalb denken wir jetzt auch über eine Ernte-Ausfalls-Versicherung nach", so Martinz.

Zahlungsaufschub bei AIK-Krediten
Weitere Maßnahmen für die betroffenen Bauern seien die Aufschiebung der Zahlungen bei AIK-Krediten sowie Betriebsmittelkredite mit günstigen Konditionen, die in Zusammenarbeit mit den Banken und einer Zins-Unterstützung durch das Agrarreferat zu Stande kämen, teilte Martinez mit.


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Aktualisiert am: 26.07.2010 10:09
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