Sauenhaltung: So finden Sie das richtige System für Ihren Betrieb

Eine Vielzahl möglicher Systeme steht für die Haltung von Zuchtsauen in Gruppen und somit für die Erfüllung tierschutzrechtlicher Anforderungen zur Verfügung. Welches ist nun das zum Betrieb passende System?
Großes Flächenangebot durch dynamische Großgruppen.
Großes Flächenangebot durch dynamische Großgruppen.
Vier Wochen nach dem Decken beginnt der Zeitraum der verpflichtenden Gruppenhaltung tragender Sauen. Frühestens enden darf diese eine Woche vor dem voraussichtlichen Abferkeltermin. Ausgenommen von dieser Regelung sind Betriebe mit maximal zehn Zuchtsauen. Diese Sauen müssen in Buchten gehalten werden worin sich die Tiere umdrehen können.
Gruppen von Zuchtsauen bis zu fünf Tieren ist mindestens eine Fläche von 2,5 m² je Tier zur Verfügung zu stellen. Von sechs bis 39 Tieren benötigt man mindestens 2,25 m² je Tier und bei größeren Gruppen 2,05 m² je Tier. Von dieser Fläche sind mindestens 1,3 m² als planbefestigter Bereich auszuführen. Gemäß Definition der ersten Tierhalteverordnung handelt es sich bei der Gruppenhaltung dann um eine planbefestigte Fläche wenn in keinem Bereich dieser Fläche ein Perforationsanteil von fünfzehn Prozent überschritten wird.

Besonders tiergerechte Haltungssysteme
Anforderungen an besonders tiergerechte Haltungssysteme liegen jedenfalls über den angeführten Mindestanforderungen und sind im Wesentlichen durch eingestreute Liegeflächen und erhöhtes Flächenangebot oder die Gewährung von Auslauf gekennzeichnet.

Grundsatzfragen
Um dem System der Wahl näher zu kommen, sollten vor einer detaillierten Betrachtung der möglichen Varianten folgende Grundsatzfragen überlegt werden:
1. Sollen die Tiere in stabilen oder dynamischen Gruppen gehalten werden?
2. Soll die Futterzuteilung tierindividuell, gruppenweise oder unkontrolliert erfolgen?
3. Wie soll die Kontrolle der Tiere hinsichtlich Trächtigkeit und Gesundheit durchgeführt werden?

Fazit
Die eigenen Anforderungen sollten hinsichtlich der oben genannten Fragen zuerst beantwortet sein um dann die verschieden Möglichkeiten der Gruppenhaltung bewerten zu können und so der Systemwahl und einer erfolgreichen Ferkelproduktion einen Schritt näher zu kommen.

Autor: DI Gerhard SALZMANN, Landwirtschaftskammer Niederösterreich, St. Pölten


Aktualisiert am: 10.09.2008 10:44
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