Sauen: Richtiges Gruppieren bringt 40 Euro/Sau

Der Zeitpunkt der Gruppenzusammenstellung nach der Besamung hat wesentlichen Einfluss auf die Fruchtbarkeitsleistung der Sauen. Eine Analyse aus dem Rheinland zeigt, wo der richtige Zeitpunkt liegt.

Neugruppierungen führen zu Rangkämpfen und zu Stresssymptomen bei Sauen. Dies kann je nach Trächtigkeitsstadium zu Leistungseinbußen führen.
Neugruppierungen führen zu Rangkämpfen und zu Stresssymptomen bei Sauen. Dies kann je nach Trächtigkeitsstadium zu Leistungseinbußen führen.
Die belegten / besamten Alt- und Jungsauen müssen spätestens ab dem 29. Trächtigkeitstag bis eine Woche vor dem voraussichtlichen Abferkeltermin in Gruppen gehalten werden. Dies ist ab 1.1.2013 verbindlich vorgeschrieben und seit 2003 für Neubauten verpflichtend. Für ein erfolgreiches Herdenmanagement ist die Wahl des richtigen Termins für die Gruppenbildung wichtig. Das gilt auch für Ferkelerzeugerbetriebe, die aufgrund erfolgter Aufstockungsmaßnahmen ihrer Sauenherde bei gleich bleibender Größe des Deckzentrums bereits vor dem Eintritt der Umrausche bzw. der Trächtigkeitskontrolle zur Gruppierung der weiblichen Zuchttiere gezwungen sind.

Fazit
Unter den vorliegenden betrieblichen Bedingungen ergab die vergleichende Prüfung einen statistisch gesicherten und betriebswirtschaftlich bedeutungsvollen Einfluss des gewählten Zeitpunktes für die Gruppierung. Die Ergebnisse lassen folgende Empfehlungen zu:
· Wo die verfügbare Stallkapazität und das Raumprogramm eine Umstallung nach Abschluss der Belegungsperiode nahe legen, kann diese ohne leistungsmäßige Einbußen innerhalb einer Woche nach der Besamung vorgenommen werden.
· Es ist dafür Sorge zu tragen, dass bei den frühzeitig gruppierten Tieren eine zuverlässige Trächtigkeitskontrolle durchgeführt wird.
· Im Zeitraum zwischen 8. und 28. Tag ist unter keinen Umständen eine Gruppierung anzuraten, da mit Störungen der Embryonalentwicklung und geminderter Reproduktionsleistung zu rechnen ist.
· Der vom Gesetzgeber geforderte Umstallungstermin auf Gruppenhaltung, d.h. spätestens am 29. Trächtigkeitstag, ist uneingeschränkt empfehlenswert; zuvor sollte die Trächtigkeitsdiagnose erfolgen und abgesichert sein, damit nur die nachweislich tragenden Sauen die Wartestallhaltung beziehen.
· Es ist von Vorteil für die Betriebsorganisation, die Umstallung der Sauengruppen terminlich feststehend im Produktionsprogramm zu verankern und stabil beizubehalten.

Autoren: Johannes HILGERS, Landesverband Rheinischer Schweinezüchter, Heinz-Willi BOEKELS, Landwirtschaftskammer NRW und Prof. Dr. Uwe HÜHN, Wölfershausen (D)


Aktualisiert am: 09.10.2007 10:47
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