Sauen: Mit Klauenproblemen kontinuierlich Geld verlieren

Klauenschäden werden oft unter dem Sammelbegriff Fundamentschäden erfasst und dabei nicht als häufige Abgangsursache erkannt. Auch fundamentbedingte Minderleistungen bei der Fruchtbarkeit werden oft nicht richtig analysiert. Die ökonomischen Verluste können jedoch enorm sein, wie ein Beispiel aus der Praxis zeigt.
Die ökonomischen Auswirkungen der Fundamentschäden bewegen sich in einer großen Spannbreite.
Die ökonomischen Auswirkungen der Fundamentschäden bewegen sich in einer großen Spannbreite.
Neben einer erhöhten Remontierungsrate ist bei Sauen mit Fundamentschwächen und Klauenproblemen auch mit Minderleistungen in der Fruchtbarkeit zu rechnen, insbesondere wenn die Tiere regelmäßig mehr oder weniger starke Schmerzen empfinden. Weiterhin verursachen betroffene Sauen erhöhte Saugferkelverluste, weil die Tiere beim Abliegen in der Abferkelbucht sich eher fallen lassen anstatt sich vorsichtig hinzulegen.

Differenzierung der Fundamentschwächen
Systematische Daten von Fundamentproblemen finden sich in der Ferkelerzeugung eigentlich nur bei der Benennung der Abgangsursachen im Sauenplaner. Hier werden oft sämtliche Fundamentschwächen, Lahmheiten oder Klauenprobleme unter einer Abgangsursache zusammengefasst. Um eine Differenzierung vornehmen und gezielte Maßnahmen einleiten zu können, müssen weitere Daten erhoben werden, die üblicherweise nicht vorliegen. Pflegemaßnahmen beschränken sich häufig lediglich auf die Behandlung von Entzündungen oder das Kürzen von sichtbar deutlich zu langen Klauen.

Fazit
In der durchgeführten Berechnung sind nur die offensichtlich zutage getretenen Auswirkungen von Fundamentschäden und Klauenerkrankungen bewertet worden. Dies ist eventuell nur ein Bruchteil des tatsächlichen Schadens oder die „Spitze des Eisberges“. Unbemerkte, schleichende und subklinische Leistungsdepressionen wurden nicht berücksichtigt, sodass die genannte Schadensumme als Untergrenze anzusehen ist.
Die Bewertung spiegelt auch die Erfahrung wider, dass Schadenauswirkungen häufig deutlich höher und teurer sind als sie zunächst und ohne genaue Bewertung überschlägig eingeschätzt werden. Dabei weist die Schadenshöhe eine große Spannbreite auf und ist immer vom Einzelfall abhängig und individuell zu beurteilen. Grundsätzlich ist aber bei allen auftretenden Leistungsdepressionen eine schnelle und genaue Analyse zu empfehlen, um die Schäden so gering wie möglich zu halten.

Autor: Dr. Günter GRANDJOT, Landwirtschaftliches Sachverständigen- und Beratungsbüro, Bohlsen (D)


Aktualisiert am: 23.11.2009 15:53
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