Sauen Gruppenhaltung: Viel Platz an der frischen Luft

Eine kostengünstige Lösung für die Gruppenhaltung trächtiger Sauen ist die Drei-Flächen-Bucht im Außenklimastall. Der Betrieb Häckel arbeitet bereits seit zehn Jahren mit diesem System.
Vater Ernst Häckel mit Sohn Alexander und Enkel Luka (von rechts).
Vater Ernst Häckel mit Sohn Alexander und Enkel Luka (von rechts).
Im Zuge der Aufstockung der Sauenhaltung war es für die Familie Häckel aus Baden-Württemberg bereits 1998 absehbar, dass Wartesauen auf Dauer nicht in Kastenständen gehalten werden dürfen. Bei der Wahl des Gruppenhaltungsverfahrens war es nötig, sich auf diejenigen Grundsätze zu besinnen, die bezüglich des Tierverhaltens, der Tiergesundheit, des Umweltschutzes, der Ökonomie und der Funktionssicherheit bedeutend sind.

Drei-Flächen-Bucht mit Stroheinstreu
Aus all diesen Überlegungen hat sich Familie Häckel für die Drei-Flächen-Bucht in einem Außenklimastall mit Stroheinstreu entschieden. Sie bietet gute Voraussetzungen beim Zusammenstellen neuer Sauengruppen, ermöglicht individuelles, ungestörtes Fressen, hat niedrige Bau- und Betriebskosten, bietet eine sehr gute Arbeitsplatzqualität an der frischen Luft und zeichnet sich durch eine sehr hohe Funktionssicherheit mit geringer Reparaturanfälligkeit bzw. Folgekosten aus. Die Buchten sind deutlich in die Funktionsbereiche für Liegen, Fressen und Koten/Harnen untergliedert. Die Liegebereiche sind in einer Höhe von 1,65 m mit einer Baustahlmatte versehen, die mit einer Folie abgedeckt ist. Darauf liegt auf der gesamten Fläche Stroh in einer Höhe von ca. 30 cm. Bei hochsommerlichen Temperaturen wird die Folie um etwa ein Drittel nach hinten geschoben. Versuche mit anderen Abdeckungen, die je nach Temperatur angehoben werden können, haben gezeigt, dass sie den Liegekomfort nicht erhöhen. So wurden einige Liegebereiche versuchsweise mit Holzwolle-Leichtbauplatten (üblicher Markenname Heraklith) abgedeckt, was aber zu verschmutzten Liegebereichen führte.

939 Euro Baukosten je Platz
Der Bau wurde 2001 fertiggestellt und konnte mit 938 Euro je Platz einschließlich Dungplatte, Jauche- und Strohlager abgerechnet werden. Im Vergleich zur konventionellen Bauweise im Warmstall konnten ca. 600 Euro je Platz, also insgesamt ca. 86.400 Euro eingespart werden. Des Weiteren fallen laufende Kosten für Heizung und Stallklimatisierung vollkommen weg.An jährlichen Kosten für das Strohpressen, den Strohtransport, die Stroheinlagerung sowie die Traktorentmistung fallen pro Sau und Jahr ca. 10 Euro an. Die Sauen am Betrieb Häckel kommen auf durchschnittlich 6,5 Würfe. Im Vergleich zu den in Baden-Württemberg landesüblichen nur vier Würfen errechnet sich daraus bereits eine Kostenersparnis von ca. 40 Euro je Sau und Jahr. Ein wesentlicher Grund dafür sind die „Wellnessbedingungen“ im Wartebereich des Betriebes Häckel.

Autor: Rudolf WIEDMANN

Weitere Informationen über diesen Betrieb sowie mehr Informationen aus dem Bereich der Schweinehaltung lesen Sie in Ausgabe 10 von "Der fortschrittliche Landwirt".

Weiters in dieser Ausgabe:
Verbot des Ferkelschutzkorbs - Wirtschaftliche Auswirkung auf den Sauenhalter
Rohfaserversorgung von Sauen
PIG NEWS


Aktualisiert am: 04.05.2011 10:53
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