Salzburger Bauern brauchen gute Rahmenbedingungen

Salzburg hat mehr Vollerwerbsbetriebe als zum Zeitpunkt des EU-Beitritts. Dennoch ist die Situation in der Landwirtschaft insgesamt sehr ernst und es braucht laut Agrarlandesrat Sepp Eisl die kleinstrukturierte Salzburger Landwirtschaft dringend berechenbare Rahmenbedingungen.
Das Land Salzburg bemüht sich, seinen Landwirten bessere Rahmenbedingungen zu schaffen, wie Agrarlandesrat Sepp Eisl betont.
Das Land Salzburg bemüht sich, seinen Landwirten bessere Rahmenbedingungen zu schaffen, wie Agrarlandesrat Sepp Eisl betont.
In Salzburg haben in den Jahren 2007 bis 2009 nur halb so viele Bauern die Bewirtschaftung eingestellt wie im Bundesschnitt. Die Zahl der Vollerwerbsbetriebe ist seit dem EU-Beitritt sogar leicht gestiegen auf aktuell 4.200 Höfe. Dennoch ist die Struktur von kleinen und vor allem auch vielen Nebenerwerbshöfen geprägt. Die Auswertungen des "Grünen Berichts Salzburg " zeigen, dass das bäuerliche Einkommen in diesem Bundesland zwar nicht so stark wie im Österreichschnitt gesunken ist, sich die Landwirtschaft aber in einer ernsten Situation befindet. Eine Kommission aus Vertretern aller Landesparteien, Sozialpartner und der Landesregierung hat den Bericht daher diskutiert und eine Reihe von Maßnahmen zur Entlastung der bäuerlichen Bevölkerung beschlossen.

Extremlagen stärker berücksichtigen

Es habe Einigkeit über eine höhere Leistungsabgeltung für die Arbeit in Extremlagen geherrscht, teilte der zuständige Landesrat Sepp Eisl mit. Der Unterschied zu Gunstgebieten soll daher im Rahmen der Ausgleichszulage weiter angehoben werden. Ferner habe es ein klares Bekenntnis zur flächendeckenden bäuerlichen Landwirtschaft im Bundesland gegeben, weshalb man auch auf Bundesebene für die Verhandlungen zur gemeinsamen europäischen Agrarpolitik (GAP) die Forderung eingebracht habe, dass die höheren Transport- und Infrastrukturkosten berücksichtigt und zu einem Teil abgegolten werden. Ferner soll das ländliche Wegenetz weiter ausgebaut und saniert werden. Dabei werde es wichtig sein, dass regional weiterhin nach effizienten Lösungen und Vorgehensweisen gesucht werde. Außerdem soll es für Kleinstbetriebe erstmals einen Sockelbetrag für die Bewirtschaftung geben.

Entbürokratisierung für kleinere Höfe

"Damit einhergehend ist es wichtig, dass bei der kommenden GAP-Reform die Entbürokratisierung der kleinen Bauernhöfe gelingt. Diese Maßnahmen haben eindeutig das Ziel, dass wir die kleinräumige, gesunde, bäuerliche Landwirtschaft in Salzburg aufrechterhalten können ", so der Landesrat. Für eine erfolgreiche Weiterentwicklung sei auch der Ausbau von zusätzlichen Einkommensstandbeinen wichtig, ebenso wie die Aus- und Weiterbildung der jungen Bäuerinnen und Bauern. Daher werde in den kommenden Jahren verstärkt in den Bildungssektor investiert,. Derzeit werden in den Salzburger Landwirtschaftsschulen rund EUR 11 Mio. für die zeitgemäße Adaptierung und die Weiterentwicklung des Anbotes investiert. Die größte Ausgabe stellt dabei der Neubau des Internats und der Turnhalle für die Landwirtschaftsschule Tamsweg mit rund EUR 6 Mio. dar. (AIZ)


Aktualisiert am: 19.01.2011 15:02
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