Säure in den Ganzkornsilo

Dass der Einsatz von Säure bei Maiskornsilagen fast unumgänglich ist, wissen viele Landwirte. Doch wie sieht's im Ganzkornsilo aus? Reicht es, im Frühjahr Kohlendioxid nachzufüllen oder ist auch hier eine Säurebehandlung sinnvoll? Biomin empfiehlt eine Säurebehandlung.
Etwa zwanzig interessierte Landwirte folgten der Einladung von Fritz Jeitler und informierten sich über den Säureeinsatz bei Gankornsilagen.
Etwa zwanzig interessierte Landwirte folgten der Einladung von Fritz Jeitler und informierten sich über den Säureeinsatz bei Gankornsilagen.
Am Dienstag den 14. August 2007 fand am Betrieb von Kurt Tauschmann im Bezirk Fürstenfeld eine praktische Vorführung zum Einsatz von Säure bei der Einlagerung von Mais in einen Ganzkornsilo statt. Organisiert wurde die Veranstaltung von der Firma Jeitler, dem Vertriebspartner von Biomin in der Steiermark. Der Betrieb Tauschmann hatte im Vorjahr Mais in einen angemieteten Ganzkornsilo eingelagert und hat nun ca. 60 t in den betriebseigenen Silo, aus dem gefüttert wird, umgelagert. Da bei Ganzkornsilage, die an die Luft kommt, durch den geringen Säuregehalt Hefen sofort zu wachsen beginnen, wurde der Mais beim Umlagern mit Säure behandelt. Hefen werden dadurch zuverlässig gehemmt. Fritz Jeitler nutzte die Gelegenheit noch vor der heurigen Ernte eine Vorführung zu machen, weil die Säureapplikation bei altem Ganzkorn und frischem Mais genau gleich ist. Rund 20 Landwirte und auch Tierärzte informierten sich vor Ort am Betrieb und beim nachfolgenden Vortrag mit Diskussion beim Heurigen.

Fritz Jeitler mit Kammerobmann und Schweinehalter Kurt Tauschmann.
Fritz Jeitler mit Kammerobmann und Schweinehalter Kurt Tauschmann.
Warum Säurebehandlung von Mais vor der Einlagerung? Wenn wir über das Thema Futterhygiene sprechen, sind Hefen neben Schimmelpilzen die wichtigsten Mikroorganismen, die uns hier Probleme machen. Eine starke Hefebelastung führt zu den bekannten aufgeblähten Mastschweinen oder sind Auslöser von verschiedenen Durchfallerkrankungen, weil sie das Gleichgewicht der Darmflora zerstören. Hefen brauchen Feuchtigkeit, Wärme und Luft, um optimal wachsen zu können. Aber auch unter Luftabschluss können Hefen wachsen - zwar langsamer, aber doch. Hefen stellen dabei ihren Stoffwechsel um und produzieren Alkohol. Bei der Einlagerung von Mais veratmet der natürliche Besatz von Hefen zuerst den Restsauerstoff. Danach stellen die Hefen langsam auf anaeroben Stoffwechsel um. Milchsäurebakterien produzieren zwar CO2 und Milchsäure. Diese hemmt die Hefen allerdings auch nicht vollkommen. Ist der Besatz an Hefen bei der Ernte vor allem durch feuchtes Wetter in den letzten Wochen vor der Ernte sehr groß, dann ist auch das Ausgangspotential für das Hefenwachstum deutlich größer und es kann sein, dass die Hefen mit längerer Lagerdauer über die kritische Grenze von 1 Mio KBE pro g Futter hinauswachsen.

Durch den Einsatz von Säuregemische wird die Ausgangskeimbelastung bereits bei der Einlagerung auf praktisch null reduziert. Dadurch kommt es gar nicht dazu, dass die kritischen Besatzgrenzen erreicht werden. Und auch nach der Entnahme bleibt der Mais deutlich länger stabil.
Die Technik muss funktionieren! Wichtig ist allerdings auch bei Einsatz von Säure, dass der CO2-Spiegel im Silo immer über dem Mais ist. Bei zu hohen Gasverlusten muss CO2 nachgefüllt werden. Die andere Alternative wäre den Mais voll mit Säure zu konservieren. Dabei muss allerdings die Aufwandmenge deutlich erhöht werden. Das wird zum Beispiel bei undichten Harvestore-Silos oder in Flachlagern gemacht.
Alles in allen bringt Säureeinsatz eine Verbesserung der Futterhygiene, eine bessere Fresslust und eine bessere Futterverwertung. Letzteres ist nicht zuletzt durch die hohen Maispreise ein wichtiger Punkt.

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Aktualisiert am: 31.08.2007 11:10
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