SVB startet FSME-Impfaktion

Landwirte kommen durch ihre Arbeit in der freien Natur besonders leicht mit Zecken in Berührung und haben damit ein drastisch erhöhtes Risiko, von einem infizierten Tier gestochen zu werden. Jährlich erkranken in etwa 10 Bauern in Österreich an der gefürchteten Frühsommer-Meningoencephalitis (FSME). Aus diesem Grund hat die Sozialversicherungsanstalt der Bauern (SVB) auch heuer eine Gratis-Impfaktion für Landwirte in den Bundesländern Steiermark, Kärnten, Burgenland und Niederösterreich initiiert. Denn nur rechtzeitiges Impfen und regelmäßiges Auffrischen schützt.
Zecken sind Spinnentiere, die sich in Bodennähe auf Grashalmen, in Sträuchern und Büschen aufhalten und sich von Blut ernähren. Sie ritzen mit ihrem Mundwerkzeug die Haut ihres Nahrungsopfers an, bohren den mit Widerhaken besetzten Stachel in die Wunde und saugen das austretende Blut auf. Dabei kann die Zecke Krankheitserreger wie Viren und Bakterien übertragen, die unmittelbar in die Blutbahn gelangen. Unter anderem das FSME-Virus, das die gefürchtete Frühsommer-Meningoencephalitis (FSME) verursacht. Die Infektion mit dem Virus führt zu grippeähnlichen Beschwerden, die bei ca. zwei Drittel der Patienten wieder abklingen. Bei etwa einem Drittel der Erkrankten bleiben allerdings neurologische Schäden wie etwa Lähmungserscheinungen zurück und für 1-2 % endet diese schwere Form von Hirnhautentzündung sogar tödlich.
Die Zecke nutzt in ihrem Lebenslauf verschiedene Lebensräume.
Die Zecke nutzt in ihrem Lebenslauf verschiedene Lebensräume.


Impfung einzig wirksamer Schutz
FSME zählt in der Landwirtschaft zu einer gesetzlich geregelten Berufskrankheit. Da es – anders als bei der bakteriellen Infektion Borreliose, die ebenfalls durch einen Zeckenstich übertragen wird – gegen FSME keine Behandlungsmöglichkeit gibt, stellt die Impfung den einzigen wirksamen Schutz dar. Erst nach Abschluss der dreiteiligen Grundimmunisierung ist man ausreichend vor einer Infektion durch eine infizierte Zecke sicher. Laut Impfplan ist die erste Auffrischungsimpfung nach drei Jahren fällig, danach muss bis zum 60. Lebensjahr alle fünf Jahre aufgefrischt werden. Die Impfung wird ab dem vollendeten 1. Lebensjahr vom Impfausschuss des Obersten Sanitätsrates des Bundesministeriums empfohlen.

Gratis-Impfaktion der SVB
Die Sozialversicherungsanstalt der Bauern übernimmt bis April zu festgelegten Terminen in weiten Teilen Österreichs die Kosten für die FSME-Impfung. Außerhalb des Aktionszeitraums und in allen anderen Bundesländern wird ein Kostenzuschuss von bis zu EUR 16,71 gewährt. Die Leistung können alle Vollerwerbs- und Nebenerwerbslandwirte, deren Ehegatten und im Betrieb mittätige Angehörige und Kinder (ab 6 Jahren) sowie mittätige Bauernpensionisten und Geschwister in Anspruch nehmen.

Ältere Landwirte besonders gefährdet
Für ältere Menschen ist es besonders wichtig, sich vor FSME zu schützen. Mit zunehmendem Alter lässt die Immunabwehr nach und die Schwere des Krankheitsverlaufes kann dadurch zunehmen. Deshalb lautet die ausdrückliche Empfehlung des Impfausschusses des Obersten Sanitätsrates des Bundesministeriums: Über 60-Jährige sollten ihren FSME-Schutz alle drei Jahre auffrischen. Viele ältere Menschen glauben, im Laufe ihres Lebens eine natürliche Immunität gegen den Krankheitserreger erworben zu haben, da sie schon oft mit Zecken in Berührung kamen und nie ein Problem hatten. Diese falsche Sicherheit kann schwere Folgen haben, denn einen natürlichen Infektionsschutz gibt es bestenfalls nach einer überstandenen Infektion. Es gilt daher in jedem Alter: Rechtzeitig impfen und regelmäßig auffrischen. Ungeschützt in die Natur zu gehen, ist purer Leichtsinn.
Daher der Appell an alle österreichischen Landwirte: Kontrollieren Sie Ihren Impfpass und nutzen Sie die Impfaktion Ihrer Krankenkasse!

Wann und wo die SVB Gratis-Impftermine stattfinden, erfährt man auf www.svb.at oder unter der Telefonnummer 01/797 06.

Mehr Infos zur FSME-Schutzimpfung gibt’s beim Arzt & Apotheker, Impftelefon 0664/44 999 99


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Aktualisiert am: 20.02.2009 13:17
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