SVB: Neuerungen mit Jahresbeginn 2007

Mit Jahresbeginn 2007 gibt es einige gesetzliche Neuerungen bzw. Änderungen, die in Kraft treten. Besonders für die Pensionisten gibt es wesentliche Verbesserungen.
Pensionserhöhung 2006 + 1,6 %
Bis zu einer monatlichen Leistungshöhe von EUR 1.920,- wird die Pension um 1,6 Prozent angehoben. Darüber hinaus gehende Pensionen werden mit einem Fixbetrag von
EUR 30, 72 pro Monat erhöht.
Weiters gibt es für alle Pensionsbezieher (ausgenommen Ausgleichszulagenbezieher) eine Einmalzahlung. Folgende Beträge werden ausbezahlt:
EUR 60,- für Pensionen bis EUR 1.380,-
EUR 45,- für Pensionen bis EUR 1.920,-
EUR 25,- für Pensionen die EUR 1.920,- übersteigen

Anhebung Einzelrichtsatz + 5,22 % und Familienrichtsatz + 3,33 %
Die Ausgleichszulagenrichtsätze werden im Jahr 2007 außertourlich erhöht. Der Richtsatz für alleinstehende Pensionisten (Einzelrichtsatz) wird 2007 um 5,22 % erhöht und beträgt damit EUR 726,-. Der Familienrichtsatz wird um 3,33 % auf EUR 1.091,14 angehoben.

Absenkung des fiktiven Ausgedinges – max. 22 % des Richtsatzes
Bei der Berechnung einer Ausgleichszulage werden im bäuerlichen Bereich die Ausgedingeleistungen pauschal angerechnet. Als Einkommen wird ausgehend vom Einheitswert des übergebenen Betriebes ein bestimmter Prozentsatz herangezogen – die Obergrenze beträgt derzeit im Jahr 2006 23 Prozent des Ausgleichszulagenrichtsatzes. Mit Jahresbeginn 2007 wird dieser maximale Anrechnungsbetrag auf 22 Prozent abgesenkt. Bereits fix vereinbart ist eine weitere Absenkung bis 2009 auf 20 Prozent. Da rund 28 Prozent der bäuerlichen Pensionisten eine Ausgleichszulage beziehen, ist diese Absenkung ein wichtiger sozialpolitischer Schritt, da durch diese Maßnahme eine höhere Ausgleichszulage ausbezahlt werden kann.

Einführung der Schwerarbeitspension
Mit 1.1.2007 treten die gesetzlichen Bestimmungen in Kraft, nach denen eine Schwerarbeitspension zuerkannt werden kann. Wer mindestens 540 Versicherungsmonate (= 45 Jahre) erworben und in den letzten 20 Jahren vor Pensionsbeginn zumindest 120 Monate (= 10 Jahre) Schwerarbeit geleistet hat, kann die Alterspension schon nach Vollendung des 60. Lebensjahres beanspruchen. Der Abschlag beträgt 1,8 % für jedes Jahr des früheren Pensionsantritts – anstelle von 4,2 % „normalem“ Abschlag, der bei einer Pensionszuerkennung vor dem Regelpensionsalter gilt.
Die ebenfalls in Kraft tretende „Schwerarbeitsverordnung“ regelt die Definition des Begriffes Schwerarbeit.

Neuerungen bei der Rezeptgebührenbefreiung
Für Pensionisten, die eine Ausgleichszulage beziehen, wird in Zukunft eine Befreiung auf Antrag von der Rezeptgebühr unter bestimmten Voraussetzungen leichter möglich sein. Diese Neuerungen werden über 4.000 Bauernpensionisten zu Gute kommen, die eine hohe Belastung durch Rezeptgebühren für Medikamente oder sonstige Kostenanteilsbelastungen für Heilbehelfe, Hilfsmittel, Spitalsaufenthalte, u.a haben.

Pensionsversicherungsbeitrag 15 Prozent
Im Rahmen der Pensionsharmonisierung wurde ein einheitlicher Beitragssatz von 22,8 Prozent vereinbart, der auch für das persönliche Pensionskonto gutgeschrieben wird. Für den bäuerlichen Bereich konnte jedoch die Anrechnung von bauernspezifischen Leistungen erreicht werden, sodass der Eigenbeitragssatz in der Pensionsversicherung nach dem Bauernsozialversicherungsgesetz ab dem Jahr 2007 15 Prozent beträgt.

Absenkung Mindestbeitragsgrundlage in der Pensionsversicherung
Die Pensionsharmonisierung bringt es mit sich, dass die Mindestbeitragsgrundlage für Bauern in der Pensionsversicherung abgesenkt wird. Im Jahr 2007 entspricht die Mindestbeitragsgrundlage für Bauern dem einheitlichen Niveau der Geringfügigkeitsgrenze der Unselbständigen und beträgt EUR 341,16. Dieser Betrag gilt sowohl bei pauschaler Beitragsermittlung vom Einheitswert als auch für Betriebe, die die Beitragsgrundlagenoption gewählt haben. Durch diese Absenkung kommt es vor allem für Optionsbetriebe zu geringeren Pensionsversicherungsbeiträgen, die sich allerdings später auch auf die Pensionshöhe negativ auswirken können. Daher gibt es die befristete Möglichkeit, ohne Angabe von Gründen aus der Beitragsgrundlagenoption auszusteigen und zum pauschalen System zurückzukehren. Der Ausstieg erfolgt zum 1.1.2006, wenn die Widerrufserklärung bis spätestens 31.3.2007 bei der SVB einlangt. Die zweite Möglichkeit besteht mit 1.1.2007, wenn der Widerruf bis 31.3.2008 erfolgt.

Wichtige aktuelle Werte 2007 für bäuerliche Versicherte:

Beitragssätze Aktive:
Krankenversicherung: 7,5 Prozent
Unfallversicherung: 1,9 Prozent
Pensionsversicherung: 15 Prozent
Zusatzbeitrag bei Beitragsgrundlagenoption: 3 Prozent der Beitragssumme

Beitragssätze Pensionisten:
Krankenversicherung: 4,95 Prozent
Solidaritätsbeitrag: 0,5 Prozent

Behandlungsbeitrag e-card: EUR 7,70
Rezeptgebühr: EUR 4,70
Mindestkostenanteil für Heilbehelfe und Hilfsmittel: EUR 25,60
Mindestkostenanteil für Sehbehelfe: EUR 76,80
Wochengeld: EUR 24,37 täglich
Kinderbetreuungsgeld: EUR 14,53 täglich
Zuzahlung für Heilverfahren: EUR 6,68/EUR 11,81/EUR 16,99 täglich (je nach Einkommen)

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Aktualisiert am: 05.02.2007 10:27

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