SIP Silvercut 300F: Silver, aber noch nicht Gold

SIP hat drei verschiedene Baureihen von Scheibenmähern im Programm. Das „Landwirt“-Testteam und die BLT Wieselburg haben das Frontmähwerk der Profi-Baureihe Silvercut letzte Saison genau unter die Lupe genommen.
Der Mähbalken ist in der Mitte pendelnd aufgehängt. Der Pendelwinkel beträgt +/- 9°. Das Entlastungssystem mit Federn reduziert den Auflagedruck nicht im gewünschten Ausmaße.
Der Mähbalken ist in der Mitte pendelnd aufgehängt. Der Pendelwinkel beträgt +/- 9°. Das Entlastungssystem mit Federn reduziert den Auflagedruck nicht im gewünschten Ausmaße.
SIP hat in den letzten Jahren viele seiner Futtererntemaschinen erneuert. Dazu zählt auch die neue Silvercut-Baureihe mit insgesamt 15 Mähwerkstypen in den Arbeitsbreiten von 2,5 m bis hin zu den Mähwerkskombinationen mit 8,7 m Schnittbreite. Im „Landwirt“-Test stand der Frontmäher Silvercut 300F. Zur Saison 2009 kam dieses neue Front-Mähwerk ohne Aufbereiter auf den Markt. Jetzt hat SIP sein Mähwerksprogramm wieder ausgeweitet und bietet den Silvercut Front-Scheibenmäher auch mit Zinken- oder Rollenaufbereiter mit der Zusatzbezeichnung FC oder RC an.
Der erste optische Eindruck, den das „Landwirt“-Testteam bei der Übergabe bzw. Inbetriebnahme dieses Mähwerkes gewinnen konnte, war durchwegs positiv. Nicht immer sind aus dem Süden oder Osten importierte Maschinen so robust gebaut, gut verarbeitet und sauber lackiert, wie es unser Testkandidat des slowenischen Herstellers SIP war.

Klingenschnellwechsel serienmäßig
Viel Lob vom Testteam gab es für die Mähklingen. Diese zeichnen sich durch sehr hohe Standzeiten aus. Sollten sie doch einmal verschlissen sein, ist die Maschine in kürzester Zeit wieder einsatzbereit. Das vordere Schutztuch lässt sich, ebenso wie die seitlichen, einfach klappen und wird mit einem federbelasteten Hebel in der jeweiligen Stellung automatisch arretiert. So kommt man gut an den Mähbalken ran. Der Schlüssel für das Schnellwechselsystem ist auf der Oberseite des Mähwerkes mit einem Klappsplint in einer Halterung fixiert. Auch die Ersatzklingen befinden sich in einer kleinen Aufbewahrungsbox am Anbaubock. Beseitigt man mit demselben Schlüssel die gröbsten Schmutzreste unter der Mähscheibe, lässt sich der Klingenhalter anstandslos nach unten drücken und die verschlissene Klinge gegen eine neue tauschen. Die allgemeine Verschmutzung des Mähbalkens ist gering. Räumer zwischen Mähscheibe und Mähbalken verhindern das Ansammeln von Futterresten.
Die massiven Klingenhalter selbst sind mit der Mähscheibe verschraubt. Bei Verschleiß des Trägerzapfens muss also nicht gleich die ganze Mähscheibe getauscht werden.
Jede einzelne Mähscheibe ist gegen Überlast mittels vier Scherstifte gesichert. Da die gesamte Mäheinheit geschraubt ist, lassen sich diese relativ einfach erneuern.

Fazit: Silberschnitt hat noch Entwicklungspotenzial
Das Silvercut 300F von SIP hat sich im „Landwirt“-Praxistest als solider, durchdachter und einfach zu bedienender Frontmäher erwiesen. Die Bodenanpassung ist nach allen Richtungen gut. Das gilt auch für die Schnittqualität, mit Ausnahme des Bergabmähens. Wichtig ist aber, dass die Zapfwellendrehzahl eingehalten wird. Bei reduzierter Drehzahl leiden die Schnittqualität und der Futterfluss. Der kurze Anbaubock ermöglicht auch den Einsatz kleinerer Traktoren und bietet eine hervorragende Sicht nach vorne. Der Auflagedruck des Mähbalkens lässt sich mit dem mechanischen Federsystem trotz geringem Maschinengewicht für schwierige Mähbedingungen nicht ausreichend reduzieren. Auch in diesem Punkt gibt es noch Entwicklungspotenzial, wenn SIP den Silvercut zu Gold führen möchte.

Autor: Ing. Johannes PAAR, Bad Blumau


SIP Silvercut 300 F von www.landwirt.com




Aktualisiert am: 26.04.2010 19:02
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