Russland: Regierungschef Putin verhängt Exportstopp für russisches Getreide

Bis Ende des Jahres besteht in Russland ein Exportstopp für Getreide, um den Folgen der Hitzewelle Rechnung zu tragen - mit gravierenden Auswirkungen auf die internationalen Getreidemärkte.
Extreme Hitzewelle und enorme Flächenbrände in Russland

Der russische Regierungschef Wladimir Putin verhängt einen Exportstopp für russisches Getreide. Per Dekret 599 dd ist für den Zeitraum 15. August bis zum 31. Dezember 2010 der Export von Weizen, Mengengetreide, Gerste, Roggen, Mais, Weizen- oder Weizen-Roggen-Mehl untersagt. Wie Proplanta - Das Informationszentrum für die Landwirtschaft - berichtet, liegt der Hintergrund für diesen Exportstopp in der schlimmsten Hitzwelle seit über 130 Jahren in Russland mit immer mehr außer Kontrolle geratenden Flächenbränden und kaum noch zu beziffernden Ernteschäden in der Landwirtschaft.

Weltweit ein 17-18 % geringeres Weizenhandelsvolumen?

Russland exportierte in der Vergangenheit rund 18 Mio. t Weizen, ein Wegfall der russischen Weizenexporte würde ein weltweit um 17-18 % geringeres Weizenhandelsvolumen bedeuten. Hinzu kämen die Exportrückgänge für Gerste, Roggen und Mais. Das sind gravierende Veränderungen am Weltmarkt, die einen enormen Preisanstieg nach sich ziehen dürften.

Matif-Notierung für Weizen: 224 €/t per Septembertermin

Die Weizennotierungen schossen vorige Woche an der Matif für den Augusttermin auf über 224 €/t, in Chicago schloss die CBOT für den Liefertermin September bei 219 €/t und für Dezember 227 €/t. Für die Landwirtschaft bietet sich derzeit eine hervorragende Gelegenheit für den Abschluss von entsprechenden Vorkontrakten für Weizen bis weit in das erste Quartal 2011 hinein. Natürlich ist keineswegs ausgeschlossen, dass die Preise noch weiter steigen - denn eine derartige Dürre gab es in Russland zuletzt vor 130 Jahren. Auch die verminderten Ernteaussichten in Kanada, der Ukraine, in Kasachstan und nicht zuletzt in Nordwest- und Südosteuropa, lassen kaum Preisspielraum nach unten erwarten. Hinzu kommen massive Qualitätsprobleme bei den Getreideernten Südosteuropas, die sich wegen ungünstiger Witterung verzögerten und offenbar vermehrt nur Futterqualitäten hervorbringen (Quelle: proplanta.de).


Aktualisiert am: 13.08.2010 07:28
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