Russland: Marktbedarf an Fleisch steigt schneller als Produktion

Schweine- und Rindfleischimporte im ersten Halbjahr um 11,9% gestiegen.
In Russland ist ein weiterer Zuwachs der Fleischeinfuhren zu verzeichnen. Mit rund 712.400 t sind die Importe von Schweine- und Rindfleisch im erstem Halbjahr 2008 um 11,9% umfangreicher ausgefallen als im gleichen Zeitraum des Vorjahres, teilte der Föderale Zolldienst in Moskau mit. Aber auch die Importe von Geflügelfleisch wurden um 9,4% auf 585.300 t aufgestockt. Der höhere Bezug von Fleisch aus dem Ausland erfolgte vor dem Hintergrund einer steigenden Inlandsproduktion. Diese belief sich in der ersten Jahreshälfte auf insgesamt rund 3,8 Mio. t Lebendgewicht und war damit im Jahresvergleich um 8,5% höher.

Als wichtige Ursache für diese Entwicklung wird von Marktexperten die zunehmende kaufkräftige Nachfrage genannt. Der Zuwachs der gesamten Fleischressourcen entspreche gerade dem gestiegenen Bedarf der Verarbeitungsindustrie, erklärte der Generaldirektor des nationalen Forschungsinstituts für Agrarmarkt-Konjunktur, Dmitrij Rylko, gegenüber der Moskauer Wirtschaftszeitung "Vedomosti". Der Exekutivdirektor der russischen Fleisch-Assoziation, Sergej Juschin, sieht seinerseits einen weiteren Grund dafür in der Einschränkung der Schattengeschäfte mit diesem Produkt. So seien die einst massiven illegalen Schweinefleisch-Einfuhren aus China in diesem Jahr gestoppt worden. Zum Anstieg der Importe von Geflügelfleisch soll außerdem die in Russland für Anfang 2009 angekündigte Verschärfung der betreffenden Qualitätsauflagen beigetragen haben. Nun bemühten sich die Importeure, bis dahin noch maximale Mengen zu beziehen.


Aktualisiert am: 14.08.2008 14:31
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