Russischer Milchmarkt wächst weiter

Der Trend zu größeren Betrieben setzt sich in Russland weiter fort. Die Konsolidierung in der russischen Milchwirtschaft wird zunehmen und der Selbstversorgungsgrad soll steigen.
Momentan liegt die Eigenversorgung mit Milch in Russland bei 60 %.
Momentan liegt die Eigenversorgung mit Milch in Russland bei 60 %.
Diese Tendenz sieht Stefan Dürr, Vorstand des deutsch-russischen Agrarkonzerns Ekoniva, wie er gegenüber dem "Dow Jones Marktreport Fleisch & Milch" erläuterte. Dürr ist mit seinem Unternehmen eigenen Angaben zufolge der drittgrößte Milchproduzent Russlands. Derzeit besitzt die Agrarholding Ekoniva rund 11.000 Milchkühe, 2015 sollen es nach Angaben des Vorstands immerhin schon 25.000 sein. Neben der Milchproduktion ist die Ekoniva Group auch im Marktfruchtanbau, im Vertrieb von Landtechnik und in der Tierproduktion tätig. Insgesamt hat der Konzern 160.000 ha Land in Russland unter Bewirtschaftung. In zehn Jahren, so Dürrs Prognose, werden sich die Milchviehbetriebe in Russland in einer Größenordnung von 1.500 bis 30.000 Kühe bewegen.

Ansprüche am Käsemarkt steigen

Die russische Regierung hat erst vor wenigen Monaten beschlossen, die Fördermittel für die Milchwirtschaft für das laufende Jahr erheblich aufzustocken, und zwar um 36% auf 27,9 Mrd. Rubel. Auch Ekoniva-Vorstand Dürr weist darauf hin, dass die Förderung der Milchwirtschaft in der russischen Regierung hohe Priorität genießt. Derzeit beträgt die Eigenversorgung des Landes bei Milch laut Dürr 60%. Der geringe Selbstversorgungsgrad am russischen Milchmarkt ist für deutsche Unternehmen, die besonders Käse in hohen Mengen in das Land liefern, noch eine gute Nachricht. Doch Dürr warnt, dass die Ansprüche am Moskauer Käsemarkt in den kommenden Jahren steigen werden: "Noch drei Jahre haben die deutschen Lieferanten, um ihre Standardware in Russland abzusetzen", sagte er zu Dow Jones News, "danach müssen sie sich umorientieren."


Aktualisiert am: 23.11.2011 15:49
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