Rundballenpressen: Einfluss der Pressdichte auf die Futterqualität

Bei Verkaufsgesprächen von Rundballenpressen ist die Pressdichte oft ein gewichtiges Argument. Bei der ausschließlichen Verrechnung nach gepressten Ballen prallen unterschiedliche Interessen von Auftraggeber und Auftragnehmer aufeinander. Welche Auswirkungen die Ballendichte für die Futterqualität hat, wurde vom LFZ Raumberg-Gumpenstein untersucht.
Das Futter wurde am Beginn, während und am Ende des Silierprozesses untersucht, es konnten keine Unterschiede zwischen den Pressen festgestellt werden.
Das Futter wurde am Beginn, während und am Ende des Silierprozesses untersucht, es konnten keine Unterschiede zwischen den Pressen festgestellt werden.
Die Untersuchungsergebnisse auf Rohasche lassen auf einen sauberen Ernteverlauf schließen. Die Werte liegen deutlich unter 10 %, damit wurde keine Verschmutzung gemessen. Das stellt den verwendeten Ballenpressen und vor allem dem Bedienungspersonal ein gutes Zeugnis aus. Die dichte Grasnarbe, die Einhaltung der Schnitthöhe von 5 bis 7 cm und das saubere Schwaden waren ebenfalls für das gute Abschneiden der Pressen mit verantwortlich.
Die Rohproteinwerte bestätigen mit knapp 13 % den etwas späteren Schnittzeitpunkt. Für Silagen des ersten Schnittes auf Dauergrünland sind Werte um 14 % häufig. Zwischen den einzelnen Pressen konnte ebenfalls keine Differenzierung festgestellt werden. Zum 4. Schnitt wurde nur die Trockenmasse der einzelnen Ballen bestimmt. Es erfolgte keine Analyse auf die wertbestimmenden Inhaltsstoffe, da sich bereits im ersten Durchgang keine Unterschiede gezeigt hatten.
Bei nur mäßiger Verpressung der Anwelksilage lassen sich keine negativen Auswirkungen auf die Grundfutterqualität und Konservierungsstabilität feststellen. Vorausgesetzt, es handelt sich um eine saubere Futterernte und einen optimalen Luftabschluss. Im Hinblick auf eine vorsorgende Lagerstabilität sollte allerdings die bereits angesprochene Pressdichte von 160 kg TM/m³ nicht wesentlich unterschritten werden.

Bröckelverluste und Futterqualität
Die Erhebung der Bröckelverluste brachte, wie in der Ausgabe 24/2007 beschrieben, keine beachtenswerten Mengen. Die Verluste lagen bei allen Pressen unterhalb von einem Prozentpunkt im Vergleich zum gepressten Ballen. In Summe sind bei ordnungsgemäßer, sauberer Silageernte über die gesamte Erntekette (Mähen-Zetten-Schwaden-Ernten) 2,0 bis 3,5 % an Bröckelverlusten zu kalkulieren.
Die Futterwertuntersuchung zeigte beim abgebröckelten Futter einen deutlich höheren Verschmutzungsgrad an (siehe Tabelle 2). D.h. die Bröckelverluste sind bei der Silageernte nicht nur mengenbezogen vernachlässigbar, sondern auch hinsichtlich der Futterqualität unbedeutend, da sie wesentlich stärker verschmutzt sind. Das Ergebnis des geringen Futterwertes widerspricht vielen anderen wissenschaftlichen Untersuchungen zum Thema Feldverluste. In dem durchgeführten Versuch konnten wider Erwarten keine hohen Verdaulichkeitswerte im abgebröckelten Futter ermittelt werden. Diese Tatsache lässt den Schluss zu, dass die Pflanzenteile, die abgerieben werden, nicht blattreicher sind wie das Futter im Ballen selbst. Dieser Schluss wird durch die vergleichbaren Rohproteingehaltswerte bestätigt.
Fazit für die Praxis: Mit einer guten Einstellung der Erntegeräte (Pick-up Führung, Anpassung der Zapfwellendrehzahl an das Futter,…) lassen sich die Feldverluste bei der Silageernte sehr gering halten. Allerdings trifft diese Aussage nur auf die im Test untersuchten variablen Kammerpressen unter bei dem vorhandenen Pflanzenbestand zu. Eine systembezogene Untersuchung aus der Schweiz zeigte, dass die Bröckelverluste bei Festkammerpressen höher sind.

Das bleibt festzuhalten
Die statistische Auswertung zeigt weder einen Unterschied in Bezug auf Futterinhaltsstoffe noch hinsichtlich der Gärsäurenzusammensetzung. Lediglich im Zusammenhang mit den Rohproteingehaltswerten konnte im Silierverlauf eine minimale Reduktion der Gehaltwerte gemessen werden. Eine Verdichtung über 200 kg TM/m³ ist beurteilt nach den Kriterien der Futterqualität nicht notwendig.
Die Bröckelverluste sind bei der Silageerzeugung wesentlich geringer im Vergleich zur Heugewinnung, sie erreichten im Versuch eine mengen- und futterqualitätsbezogen untergeordnete Größenordnung.
Der richtige Schnittzeitpunkt, die saubere Futterernte (Mähhöhe, Bodenanpassung…) und die rasche luftdichte Konservierung sind die wohl wichtigsten Parameter für eine ausgezeichnete Futterqualität mittels Rundballenpressen.

Autoren: DI Alfred PÖLLINGER und Ing. Reinhard RESCH (LFZ Raumberg-Gumpenstein), DI Franz HANDLER und Dipl.-HLFL-Ing. Manfred NADLINGER (FJ-BLT Wieselburg) und Ing. Johannes PAAR


Aktualisiert am: 13.02.2008 16:14