Rundballenpresse: Variabel oder Fest?

Hohe Grundfutterqualitäten werden für den Erfolg im Stall immer wichtiger. Bei den Rundballenpressen stehen dazu zwei – neuerdings sogar drei – Presssysteme zur Wahl, eine variable oder eine feste Presskammer. Welche Ballendichten mit wie viel Energieeinsatz, mit welchem System die höhere Durchsatzleistung möglich sind, und welchen Einfluss die Fahrer auf die Ballenqualität hat zeigt Ihnen diese Vergleichsuntersuchung.
Beide Maschinen waren mit dem Sternzinkenrotor und 25-Messer-Schneidwerk ausgestattet.
Beide Maschinen waren mit dem Sternzinkenrotor und 25-Messer-Schneidwerk ausgestattet.
Für den Vergleichstest standen uns zwei Rundballenpressen der Marke Welger zur Verfügung. Die Festkammerpresse RP 235 Profi und die variable Rundballenpresse RP 435 Master waren bis auf die Presskammer baugleich.
Die Presskammerbreite betrug bei beiden Systemen 1,23 m. Beide Pressen hatten laut DIN 11220 eine Pick-up Rechbreite von 1,86 m (Breite zwischen den äußeren Zinken). Welger bietet auch eine um etwa 25 cm schmälere Pick-up an, die bevorzugt im alpinen Gelände eingesetzt wird. Für diese Vergleichsuntersuchung wurde bewusst die breitere Pick-up gewählt. Grundsätzlich sollte eine möglichst breite Pick-up eingesetzt werden, da bei dieser die seitliche Zuführung des Erntegutes dem Fahrer leichter möglich ist und dadurch leichter sicher zu stellen ist, dass die Kanten des Ballens sauber geformt und gepresst werden können.

Schlussfolgerungen
Die Festkammerpresse Welger RP 235 Profi ist kostengünstiger und etwas leichter als die variable RP 435 Master.
Mit beiden Pressen war es möglich formstabile Rundballen zu erzeugen. Bei gleichem Massenstrom und damit gleicher Flächenleistung war die Dichte der Ballen der Festkammerpresse RP 235 Profi geringer als jene der RP 435 Master. Zugleich war ihr Spitzenleistungsbedarf an der Zapfwelle höher. Bezüglich des spezifischen Energiebedarfes unterschieden sich die beiden Pressen dabei nicht. Durch Reduktion der Fahrgeschwindigkeit und damit des Massenstromes konnten mit der RP 235 Profi vergleichbare Ballendichten mit einem ähnlichen Spitzenleistungsbedarf wie mit der RP 435 Master erzielt werden.
Kürzere Schnittlängen führten zu einer höheren Ballendichte, einem höheren Spitzenleistungs- und spezifischen Energiebedarf.
Beim Pressen von ungeschnittenem oder mit 13 Messern geschnittenem Anwelkgut wiesen die beiden Pressen annähernd gleiche Bröckelverluste auf. Bei Belüftungsheu und bei mit 25 Messern geschnittener Silage waren die Verluste der RP 235 Profi höher. Im Vergleich zu anderen Verlustquellen bei der Futterkonservierung waren die aufgetretenen Bröckelverluste gering.
Mit beiden Rundballenpressen konnten durch Reduzierung des Pressdruckes für Rundballen-Belüftungsanlagen geeignete Rundballen erzeugt werden.
Hinsichtlich der Ballenauflösung konnten keine relevanten Unterschiede zwischen den Pressen festgestellt werden. Die Verringerung der Schnittlänge wirkte sich positiv aus.

Autoren: DI Franz HANDLER, Dipl.-HLFL-Ing. Manfred NADLINGER, Dipl.-HLFL-Ing. Emil BLUMAUER (FJ-BLT Wieselburg) und Ing. Johannes PAAR (Bad Blumau)


Aktualisiert am: 05.03.2009 13:39
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