Rohfaserversorgung von Sauen - Beispiele für Futterrationen

Die bedarfsgerechte Versorgung mit den richtigen Rohfaserträgern sorgt für eine stabile Darmgesundheit, ein reduziertes Hungergefühl und in Folge für eine höhere Ausnutzung des Leistungspotenzials der Sauen.
Der Faserversorgung der Zuchtsauen wird oft noch zu wenig Beachtung geschenkt. Nur eine Zuchtsau mit einem gut funktionierenden Verdauungssystem kann hohe Leistungen erbringen.
Der Faserversorgung der Zuchtsauen wird oft noch zu wenig Beachtung geschenkt. Nur eine Zuchtsau mit einem gut funktionierenden Verdauungssystem kann hohe Leistungen erbringen.
Stressbelastungen bei Zuchtsauen führen zwangsläufig zu Leistungsdepressionen. Einen wesentlichen Stressfaktor stellt dabei die Fütterung der Sauen dar. Sättigung und Hungerstress hängen maßgeblich von der Rohfaserversorgung ab. Die Vorteile einer ausreichenden Rohfaserversorgung lassen sich folgendermaßen beschreiben:

  • Verbesserung der Immunabwehr
  • Positiver Einfluss auf den Progesterongehalt tragender Sauen
  • Vergrößerung des Darmvolumens
  • Verbesserung des Sättigungsgefühls (mechanische und chemische Sättigung)
  • Regulation der Darmpassage und Verbesserung der Kotkonsistenz
  • Geringere Anhaftung von Krankheitskeimen im Darm
  • Bindung giftiger Stoffwechselprodukte
  • Verminderung von Magengeschwüren (auf Futterpartikelgröße achten)


Rohfaser: Chemische Sättigung der Zuchtsauen

Unverdauliche Nahrungsbestandteile (vor allem Zellwandbestandteile) können von den Verdauungsenzymen der Schweine im Magen und Dünndarm nicht verdaut werden. Diese Futterbestandteile gelangen in den Dickdarm und der lösliche Anteil (z.B.: Hemicellulosen in Trockenschnitzl) der Faserquellen dienen den Mikroorganismen im Dickdarm als Nahrungsgrundlage („Pansen der Monogastriden“). Das bakteriell fermentierbare Substrat wird im Dickdarm von den Mikroorganismen fermentiert (Gärung) und dabei entstehen kurzkettige Fettsäuren welche von den Schweinen energetisch genutzt werden können und bis zu 25 % der Energie des Erhaltungsbedarfes liefern können. Durch die langsame und andauernde Anflutung von Fettsäuren wird das Hungergefühl reduziert (chemische Sättigung).

Mechanische Sättigung durch unlösliche Faserquellen

Eine optimale Rohfaserversorgung besteht aus einer Kombination von löslichen und unlöslichen Faserquellen. Die unlöslichen Fasern können großteils auch von den Darmmikroorganismen genutzt werden und lockern den Verdauungsbrei auf, regen die Darmperistaltik an, beschleunigen die Darmpassage, fördern die Darmschleimproduktion, die Aktivität bestimmter Verdauungsenzyme, das Darmzottenwachstum, führen zu einem höheren Wassergehalt im Kot und zu einem höheren Kotvolumen und regelmäßigen Kotabsatz. Das Wasserbindungs- und Quellvermögen dieser Faserträger führt durch die Dehnungsimpulse zu einer mechanischen Sättigung der Tiere.

Futterrationen mit verschiedenen Faserquellen

Viele Ferkelproduzenten unterschätzen nach wie vor die Bedeutung der Rohfaserverssorgung für das Wohlbefinden, die Leistungsfähigkeit und die Gesundheit der Sauen. Im Trächtigkeitsfutter müssen Rohfasergehalte von 7-8 % angestrebt werden. Im Anschluss finden Sie verschiedene Rationsbeispiele mit verschiedenen Kombinationen von Faserquellen. Die Rationen wurden von Ing. Hannes Priller, Beratungsstelle für Schweineproduktion Wels, zusammengestellt.

Trächtigkeitsfutter mit Faserkonzentrat 30 %

Trächtigkeitsfutter mit Faserkonzentrat 40 %

Trächtigkeitsfutter mit Heu, Rapsextraktionsschrot, Hafer

Trächtigkeitsfutter Heu, Rapsextraktionsschrot

Trächtigkeitsfutter Rapsextraktionsschrot, Hafer, Trockenschnitzel, Weizenkleie

Trächtigkeitsfutter Faserkonzentrat 40 %, Trockenschnitzel

Trächtigkeitsfutter Faserkonzentrat 60 %, Trockenschnitzel

Trächtigkeitsfutter Trockenschnitzel, Hafer

Trächtigkeitsfutter Trockenschnitzel, Rapsextraktionsschrot


Aktualisiert am: 23.05.2011 15:58
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