Risikomanagement in der Landwirtschaft

Unter diesem Titel veranstaltete das Lebensministerium vor Kurzem ein Seminar, namhafte Vertreter aus Wissenschaft, Risikoforschung, Versicherungswirtschaft und bäuerlicher Interessensvertretung informierten sich über den jeweiligen Stand der Wissenschaft.
Nach den Vorträgen stellten sich neben den Referenten weitere Diskutanten (DI Johann Schlederer, VLV, er vertrat die Erzeugergemeinschaften; ÖR Franz-Stefan Hautzinger, er sprach als Vertreter des Bauernbundes; DI Franz Raab, er sprach als Vertreter der LK) den anspruchsvollen Fragen des Publikums. Vorne rechts SC DI Edith Klauser, Leiterin der Sektion III des Lebensministeriums.
Nach den Vorträgen stellten sich neben den Referenten weitere Diskutanten (DI Johann Schlederer, VLV, er vertrat die Erzeugergemeinschaften; ÖR Franz-Stefan Hautzinger, er sprach als Vertreter des Bauernbundes; DI Franz Raab, er sprach als Vertreter der LK) den anspruchsvollen Fragen des Publikums. Vorne rechts SC DI Edith Klauser, Leiterin der Sektion III des Lebensministeriums.
„Das Risiko lässt sich nicht abschaffen, es geht darum es handelbar zu machen“ so charakterisierte Dr. Franz Sinabell vom WIFO die Rolle der Versicherungen, um die derzeit immer heftiger auftretenden Preisschwankungen abfedern zu können. Sinabell zeigte, dass Versicherungen nicht geeignet sind, Einkommen zu erhöhen. Je höher die Preisvolatilität eines Produktes ist, desto höher ist langfristig die Gewinnaussicht. Bildung von Rücklagen oder Risikoverteilung auf mehrere Standbeine sind Beispiele für bereits lang bewährte Systeme bäuerlichen Risikomanagements.

Das System der Hagelversicherung
Das Beispiel der Hagelversicherung, vorgestellt von Dipl.HLFL-Ing. Johann Fank zeigt, dass Privatwirtschaft und öffentliche Hand zur Risikovorsorge kooperieren können, der Landwirt aber letztlich der Unternehmer ist, der das Risiko abschätzen und handeln muss. Verzichtet er auf Risikovorsorge, hat er im Katstrophenfall auch den vollen Schaden zu tragen.

Öffentliche Unterstützung
Das EU-Recht bietet laut Dipl. Ing. Christian Rosenwirth eine breite Palette von Maßnahmen wie Beihilfen, Versicherungsunterstützungen, Sondermaßnahmen zur Marktstützung oder besondere sektorspezifische Maßnahmen, um risikobedingte Einkommensschwankungen abfedern zu können. Besonders die Maßnahmen gegen die stärker werdende Preisvolatilität müssen WTO-konform sein, und damit sind die Ausgleichszahlungen in ihrer Einkommenssicherung begrenzt.

Wundermittel Warenterminbörse?
„Wesentlich ist, dass durch das Instrument WTB die kleinen Landwirte in die Lage versetzt werden, wie „die Großen“ am Markt zu agieren, d.h. nicht mehr die Größe des Betriebes bzw. der Erntemenge, sondern die persönliche Professionalität als Unternehmer entscheidet über den Verkaufserfolg.“ Diese Aussage von Mag. Martin Ziegelbäck passte sicher nicht ins Bild von so manchem Teilnehmer des Seminars, hat doch alles was mit Börse zu tun hat derzeit einen negativen Touch. Warenterminkontrakte (um das Wort Warenterminbörse zu vermeiden) geben die Möglichkeit, Verluste zu vermeiden und Liquidität zu sichern. Der Preis liegt im Verzicht auf einen evtl. höheren Gewinn, der Vorteil ist aber, dass ein Gutteil des Risikos an „Spekulanten verkauft“ wurde – und die sind in letzter Zeit ziemlich „eingefahren“. Ob Landwirte die WTB nutzen werden, hängt v.a. von ihrer persönlichen Risikoeinstellung und -Bereitschaft ab.

Die Vortragsmanuskripte des Seminars


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Aktualisiert am: 19.07.2010 14:26
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