Rinderzucht: Rentiert sich gesextes Sperma?

Eine Portion gesextes Sperma enthält nur 8,9 Millionen Spermien pro ml – rund ein Siebtel einer normalen Portion. Wann sich der Einsatz dieser teuren Spermaportionen lohnt, erfahren Sie hier.
Für spezialisierte Betriebe kann der Einsatz von gesextem Sperma Sinn machen. Fehler in der Handhabung verzeiht dieses allerdings nicht.
Für spezialisierte Betriebe kann der Einsatz von gesextem Sperma Sinn machen. Fehler in der Handhabung verzeiht dieses allerdings nicht.
Die Zuverlässigkeit (Reinheit) des Verfahrens liegt um 90 %. Das bedeutet, dass 10 von 100 Kälbern ein anderes als das gewünschte Geschlecht aufweisen. Die Produktion von gesextem Samen ist sehr zeitaufwändig und kostenintensiv. Die Sortierleistung einer Maschine beträgt ca. 10. Portionen pro Stunde und da ein beträchtlicher Teil des Spermas als „Ausschuss“ wegfällt, ist der Preis von 40 bis 80 Euro pro Portion sehr viel höher als eine Portion ungesexten Samens. Aus diesen Gründen stammt das derzeit erhältliche gesexte Sperma nicht von aktuell eingesetzten Topstieren, da die Produktion mit der Nachfrage nicht mithalten kann und der Preis pro gesexter Portion sehr hoch ausfallen würde.
Zusätzlich hat man auch mit verminderten Trächtigkeitsraten sowohl bei Kühen als auch bei Kalbinnen zu rechnen.

Diese Vorteile bringt der Einsatz von gesextem Samen
-Es werden mehr weibliche Nachkommen geboren, dadurch können Sie strenger selektieren und mit einer Nachzucht aufstocken.
-Es stehen mehr weibliche Kälber für den Verkauf zur Verfügung
-Der genetische Fortschritt ist durch mehr weibliche Nachkommen von den besten Kühen größer.
-Durch leichtere Geburten sterben weniger Kälber.
-weniger Fruchtbarkeitsprobleme infolge Schwergeburten.

Die Kehrseite der Medaille
-bei Kühen liegt die Trächtigkeitsrate bei ca. 30 %, aber auch bei Kalbinnen ist die Trächtigkeitsrate deutlich verringert
-Es gibt kein gesextes Sperma von Topstieren, da die Produktion von gesextem Samen sehr langsam vor sich geht, die Nachfrage aber nach Topstieren sehr hoch ist.

Fazit
Der Einsatz von gesextem Samen sollte also aufgrund des relativ hohen Preises und verminderter Trächtigkeitsraten nur bei Tieren mit guter Fruchtbarkeit nach genauer Brunstbeobachtung und nur für die Erstbesamung eingesetzt werden um auch wirtschaftlich erfolgreich zu sein.

Autor: Mag. Markus JEREB, Traunkreis Vetclinic


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Aktualisiert am: 19.12.2008 15:47