Rinderüberwachung und Rekordflut in Amazonien

Die Einwohner im brasilianischen Amazonasgebiet erleben derzeit das schlimmste Hochwasser seit 107 Jahren. Und zur Bekämpfung der illegalen Regenwaldabholzung soll es eine neue Form der Rinderüberwachung geben.
Durch die Abholzung des Regenwaldes kommt es vermehrt zu Fluten im Amazonas. Daran kann auch die illegale Rinderhaltung in der Region schuld sein, die nun mittels neuartiger Überwachung eingedämmt werden soll.(Foto WWF)
Durch die Abholzung des Regenwaldes kommt es vermehrt zu Fluten im Amazonas. Daran kann auch die illegale Rinderhaltung in der Region schuld sein, die nun mittels neuartiger Überwachung eingedämmt werden soll.(Foto WWF)
Mit 30 Metern erreichte der Pegel in Manaus, der Hauptstadt des Bundesstaats Amazonas, vergangenes Wochenende einen höheren Stand als während der großen Flut im Jahr 1953. Mehr als 64.000 Menschen mussten evakuiert werden, 15.000 Menschen wurden obdachlos und die Schäden werden auf 140 Millionen Euro geschätzt. „Die Zeiträume zwischen den Hochwassern werden im Amazonasgebiet immer kürzer“, warnt der WWF. Neben Teilen des Amazonasgebiets sind auch die Städte Rio de Janeiro, Santa Catarina, Espírito Santo und weitere Städte betroffen. Bereits im Mai wurde der Notstand im gesamten Bundesstaat Amazonas ausgerufen. Durch die Überflutungen gingen viele landwirtschaftliche Flächen und ganze Strände am Fluss verloren.

Amazonas-Regenwald - Lunge der Erde

Der Amazonasregenwald ist mit 6.7 Millionen Quadratkilometern größer als Europa. Er beherbergt mehr als zehn Prozent der Artenvielfalt des Planeten. 13 Prozent des weltweiten Süßwassers werden dort produziert. Seit 1970 wurden mehr als ein Drittes des Waldes abgeholzt oder schwer geschädigt. Berechnungen zufolge werden bis zum Jahr 2030 55 Prozent des Amazonasregenwaldes irreparabel geschädigt sein, wenn der Klimawandel nicht aufgehalten wird. Der WWF arbeitet seit 2002 zusammen mit der brasilianischen Regierung und anderen internationalen Organisationen an der Schaffung des größten Schutzgebietes der Welt. Bis 2012 sollen 600.000 Quadratkilometer Regenwald im Amazonas dauerhaft geschützt werden.

In Zusammenhang mit dieser Problematik ist auch eine Meldung des AIZ interessant, wonach Brasilien noch heuer ein satellitengesteuertes System zur Herkunftsüberwachung von Rindern startet. Dieses soll sicherstellen, dass Tiere in illegal abgeholzten Wäldern keine Marke erhalten, die für die Schlachtung notwendig ist, berichtet die lokale Nachrichtenagentur Estado laut Dow Jones News und bezieht sich auf Aussagen des Agrarministers.Solche Rinder werden dem Minister zufolge auch nicht zum Export zugelassen. Brasilien ist in den vergangenen Monaten zunehmend unter internationaler Kritik gestanden, weil Rindfleisch exportiert worden ist, das in illegal abgeholzten Regenwaldregionen produziert wurde.


Aktualisiert am: 01.07.2009 14:58
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