Rinderfütterung: Stickstoff für die Pansenbakterien

Seit mehr als einem Jahr setzen Landwirte in Österreich langsam verfügbaren Harnstoff in der Rinderfütterung ein. Wir haben Landwirte und Tierärzte nach ihren Erfahrungen befragt.
Wer langsam verfügbaren Harnstoff einsetzen will, muss die Ration anpassen, damit die Pansenmikroben ausreichend Energie zur Verfügung haben.
Wer langsam verfügbaren Harnstoff einsetzen will, muss die Ration anpassen, damit die Pansenmikroben ausreichend Energie zur Verfügung haben.
Vor gut einem Jahr, als Sojaschrot extrem teuer war, machte sich Stefan Bachleitner aus Feldkirchen auf die Suche nach verlässlichen Alternativen zu Soja. „Ich habe damals begonnen, Optigen in die Ration einzubauen und bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden“, schildert der Landwirt. Es handelt sich dabei um ein Harnstoffprodukt der Firma Alltech, das im Pansen langsam freigesetzt wird. Laut Firmenangaben entspricht die Abbaurate der von Sojaschrot.

Gute Inhaltsstoffe
Die Ration von Bachleitners Herde besteht aus 26 kg Grassilage, 16 kg Maissilage, 120 g Optigen, 2,6 kg Biertreber, 2,5 kg Gerste, 1,4 kg Weizen, 1,4 kg Syncro 37 (Raps- Sojagemisch) und 1 kg Maisschrot. Die Braunviehherde leistete 2009 durchschnittlich 9.000 kg Milch bei 4,4 % Fett und 3,7 % Eiweiß. Seit Bachleitner Optigen füttert, hat er 1,1 kg der Eiweißmischung aus der Ration genommen. „Dadurch haben wir eine geringere Grundfutterverdrängung und die Kühe geben mehr Milch aus dem Grundfutter, als sie das früher getan haben“, erklärt Stefan Bachleitner.

Optigen in Mischungen
Die Futtermittelfirmen bieten Optigen nicht in Reinform, sondern eingemischt in Mineralstoff- und Mischfuttermischungen bzw. Ergänzern an. Dazu eignet es sich gut, da es im Vergleich zu normalen Harnstoff nicht verklumpt. Der Einsatz ist aber dann an das vorgemischte Verhältnis gebunden. Einige Firmen haben das Produkt fix in ihrem Angebot, manche mischen es auf Anfrage der Kunden ein.

Fazit
Der Einsatz von langsam verfügbaren Harnstoff macht in allen Rationen zur besseren Ausnutzung des Grundfutters Sinn, vorausgesetzt die Energieversorgung stimmt. Wer den langsam verfügbaren Harnstoff einsetzen möchte, muss sein Fütterungsregime genau kennen und die Ration adaptieren. In Rationen für Nicht-wiederkauende Kälber darf kein Harnstoff enthalten sein, da diese Harnstoff noch nicht verwerten können.

Autorin: DI Stephanie GROSSPÖTZL, Sigharting


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Aktualisiert am: 02.04.2010 11:24
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