Rinderbestand in der EU geht zurück

Die bisher vorliegenden Ergebnisse der Viehzählungen vom Herbst 2010 in ausschlaggebenden EU-Ländern deuten auf einen Rückgang der Rinderbestände im gesamten EU-Raum um 1,7 % im Vergleich zum Vorjahr hin.
Vor allem in Italien, Rumänien und Bulgarien gehen die Rinderbestände verstärkt zurück.
Vor allem in Italien, Rumänien und Bulgarien gehen die Rinderbestände verstärkt zurück.
Für 2011 ist in der EU eine Verknappung des Schlachtrinder-Angebots zu erwarten, teilte der Verband der Fleischwirtschaft (VDF) in Bonn mit Bezug auf die jüngste Markteinschätzung des Prognose-Ausschusses der Gemeinschaft für den Sektor Rindfleisch mit. Demnach weisen die bisher vorliegenden Ergebnisse der Viehzählungen vom Herbst 2010 in ausschlaggebenden EU-Ländern auf einen Rückgang der Rinderbestände im gesamten EU-Raum um 1,7 % im Vergleich zum Vorjahr hin. Lediglich in Dänemark, Estland, Griechenland, Litauen und Finnland wurden leichte Bestandszuwächse festgestellt. Der Rückgang soll vor allem in Italien, Rumänien und Bulgarien stärker ausgeprägt sein, berichtet Dow Jones News. In Deutschland verminderte sich der Rinderbestand um 1,5 % auf 12,7 Mio. Tiere. Der Abbau der Bestände hatte 2010 zu einem erhöhten Schlachttier-Angebot geführt, die Schlachtungen in der EU-27 nahmen im Vergleich zu 2009 um knapp 1 % zu, die Rindfleischproduktion stieg um 2,3 %. Nach Angaben des VDF legten gleichzeitig seit Mitte des Jahres 2010 die Preise für Rinder über alle Kategorien hinweg deutlich zu.

Exporte um sagenhafte 95 % gestiegen
Die Ausfuhren von Rindfleisch und Lebendvieh der Gemeinschaft wuchsen nach Angaben des EU-Ausschusses 2010 gegenüber dem Jahr davor um 95 % auf 485.000 t. Allein die Exporte nach Russland hätten sich um 167 % erhöht, heißt es. Starke Zuwächse gab es auch bei den Lieferungen in die Türkei (Fleisch und lebende Tiere), in den Libanon (lebende Tiere) sowie in die Schweiz und nach Algerien. Auch im Export erwarten die Experten aufgrund des knappen Angebots auf dem Weltmarkt weiter steigende Preise.

Rückgang bei Rindfleisch-Importen in die EU
Die Rindfleisch-Importe in die EU hingegen nahmen um fast 13 % auf knapp 379.000 t ab. Am deutlichsten fiel der Rückgang mit minus 35 % bei den Lieferungen Argentiniens aus. Die Entwicklung auf dem Importmarkt deutet nach Meinung des EU-Ausschusses darauf hin, dass die Einfuhrpreise weiterhin ansteigen werden. Im zurückliegenden Jahr kletterte der Durchschnittspreis demnach auf 4.282 Euro je Tonne. (AIZ)


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Aktualisiert am: 06.05.2011 11:36
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