Rinderbauern müssen für die Produkte stehen

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Josef Plank vom Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus plädiert auf der Generalversammlung der ARGE Rind Anfang Juli für Zusammenarbeit und Produktbegeisterung. Er mahnt, sich die Weinbauern zum Vorbild zu nehmen.
Generalsekretär Josef Plank wünscht sich mehr Transparenz bei der Herkunftsbezeichung von Fleisch auf der Speisekarte. Foto: Taferner
Generalsekretär Josef Plank wünscht sich mehr Transparenz bei der Herkunftsbezeichung von Fleisch auf der Speisekarte. Foto: Taferner
Am 3. Juli 2018 trafen sich die Funktionäre der ARGE Rind, sowie hochrangige Vertreter der Wertschöpfungskette (vom Schlachtunternhemen bis hin zum Lebensmittelhandel) im Kreuzstadel von Gut Streitdorf in Niederösterreich. Nach dem Geschäftsbericht sprach der Generalsekrätär des Bundesministeriums für Nachhaltigkeit und Tourismus , Josef Plank, über die Perspektiven für die österreichische Rinderproduktion im Spannungsfeld von Konsumentenanforderungen, Handelsabkommen und EU-Agrarpolitik.

Digitale Medien machen Produktion gläsern

Plank wies darauf hin, dass digitale Formen der Kommunikation, wie soziale Medien und Internet, auch einen Umbruch für die Landwirtschaft bedeuten. Durch Drohnen und Handykameras kann jeder jederzeit Aufnahmen machen und über das Internet sofort verbreiten. Damit seien die Zeiten vorbei, in denen die Frage wie wir Landwirtschaft betreiben, nur in der Agrarbranche diskutiert wurden. Er gibt aber zu bedenken: "Wir müssen uns in Zukunft damit abfinden, dass jeder weiß, was wir tun. Aber ob es auch jeder versteht ist eine andere Sache." Darum ruft er auch die Landwirte auf, für Aufklärung und Klarheit zu sorgen und den Weg zum Konsumenten aktiv zu suchen.

Angesichts der Herausforderungen für die Rindfleischbranche scheint Kommunikation ein Erfolgsfaktor zu sein. Foto: Taferner
Angesichts der Herausforderungen für die Rindfleischbranche scheint Kommunikation ein Erfolgsfaktor zu sein. Foto: Taferner
Mit Herkunft punkten

Für Josef Plank ist klar, dass die kleinstrukturierte Rinderproduktion in Österreich nur durch Zusammenarbeit auf allen Ebenen erfolgreich sein kann. Österreich sei einfach zu klein, um den Preis über die Menge zu bestimmen. Plank, der selbst aus einer Bergbauernfamilie aus dem Mostviertel stammt, sieht in den Winzern auch ein gutes Beispiel für die Rinderbranche. Sie hätten es in den heimischen Speisekarten von der Beschreibung "Weißwein oder Rotwein" hin zur Deklaration bis zum Bauern geschafft. Er würde sich wünschen, dass in Zukunft auch für Fleisch eine solche Eingrenzung der Herkunft möglich sei. Plank sagt: "Auch im Restaurant soll der Kunde wissen, woher das Fleisch kommt. Warum steht da noch nicht: der Rindsbraten aus dem Mostviertel, ein Pfefferrahmsteak aus Kärnten oder ein Beiried vom Murbodner Rind aus der Steiermark?"

Das Gespräch suchen

Der Niederösterreicher sieht aber nicht nur die Interessenvertretung und die Marketingabteilungen in der Pflicht. Er wünscht sich von den Erzeugern die Begeisterung, über die eigenen Produkte so zu reden, wie es auch die Winzer können. Seiner Ansicht nach, sind alle Mitglieder der Wertschöpfungskette gefordert, über Herkunft und Qualität der heimischen Rindfleischprodukte zu informieren.

Transparenz braucht einen Rahmen

Trotz des Aufrufs zur verstärkten Differenzierung weist er jedoch darauf hin, dass es dahinter ein gemeinsames System braucht, wie es mit der Agrarmarkt Austria schon besteht. Er sagt:" Schließlich braucht Transparenz einen Rahmen." Diese Rückverfolgbarkeit sei es auch, welche die Bauern- und Schlachthöfe bereits verändert habe. "Wir sind zu Dienstleistern im Zuge der organisierten Produktion geworden, die uns eine bessere Wertschöpfung ermöglich", zeiht Plank Bilanz.

Aktualisiert am: 04.07.2018 16:51