Rinder automatisch füttern

Das Füttern beansprucht 20 % der Arbeitszeit im Milchviehstall. Zahlreiche Firmen haben Techniken entwickelt, die Arbeitszeit einsparen sollen. Wir haben uns einen Überblick verschafft.
Wichtig ist das lückenlose Zusammenspiel einzelner Elemente vom Futterlager bis zum Futtertisch.
Wichtig ist das lückenlose Zusammenspiel einzelner Elemente vom Futterlager bis zum Futtertisch.
Die Fütterung beansprucht mit 15 bis 20 % des gesamten Arbeitszeitbedarfs, neben dem Melkvorgang, am meisten Zeit in der Milchviehhaltung. Zudem werden täglich große Massen bewegt. Die automatisierte Fütterung erleichtert die Arbeit, spart Zeit und bringt Flexibilität. Dies zeigt eine Erhebung der ART bei 19 Betrieben in Dänemark, Deutschland, den Niederlanden und der Schweiz zur aktuellen Entwicklung in der Fütterungstechnik. In der Praxis sind zur Zeit schienengeführte Futterwagen am stärksten verbreitet, aber auch Futterbänder und Selbstfahrer kommen zum Einsatz.

Selbstfahrer
Zu den mobilen Systemen der automatischen Fütterungstechnik zählen die selbstfahrenden Futterwagen. Der „Robot Multi Feeder“ der Firma Cormall fährt und füttert vollautomatisch. Der Roboter wird über einen zwei bis drei Zentimeter in den Boden eingelassenen Induktionsdraht und einen Sensor gesteuert. Mehrere stationäre Mischbehälter beschicken automatisch den Verteilwagen über Dosierwalzen. Der mit einem Dieselmotor betriebene „Multi Feeder“ wirft das Futter wahlweise rechts oder links aus. Sein Fassungsvermögen beträgt 2,2 oder drei Kubikmeter. Mit zwei Radialbürsten kann das Futter jederzeit nachgeschoben werden.

Schienengeführte Futterwagen
Bei schienengeführten Fütterungswagen handelt es sich um einen Futterbehälter mit Wiegeeinrichtung, der an einer Schiene hängt. Die Stromversorgung ist über Akkus, Schleppkabel oder eine Versorgungsschiene mit Schleppkontakten sichergestellt. Die Steuerung (Häufigkeit der Futtervorlage, Rationszusammensetzung etc.) erfolgt meist über einen Prozessrechner direkt am Futterbehälter. Die Beschickung findet hier an stationären Vorrats- oder Mischbehältern in der Nähe des Futtertischs statt. Im Allgemeinen sind bei schienengeführten Systemen Verteil- und Futtermischwagen zu unterscheiden.
Der „FS 1600“ von DeLaval ist den Futterverteilwagen zuzuordnen. Ein stationärer Mischbehälter befüllt ihn mit der fertiggemischten Ration. Die Steuerung des «FS 1600» erfolgt über das Alpro-Kontrollsystem, die Stromversorgung mittels Akkus. Das Fassungsvermögen liegt bei 1,6 m³. Damit sind insgesamt zehn automatische Futterfahrten möglich. Wiegestäbe erfassen die Ausgabemenge und steuern damit die Geschwindigkeit des Futterwagens. Er wird automatisch über Lichtschranken gesteuert wieder beschickt.

Kosten variieren stark
Die Anschaffungskosten liegen je nach System und Ausstattung in der EU zwischen 70.000 und 170.000 Euro. Bei diesen Aufwendungen bleibt unberücksichtigt, dass bei konsequenter Umsetzung ein Verzicht auf Futterdurchfahrten möglich wird. Die gesamten Ergebnisse der Untersuchung finden Sie im ART-Bericht 710 "Automatische Fütterung von Rindvieh" unter www.art.admin.ch.

Autoren: Franz NYDEGGER und Anne GROTHMANN, Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon ART (CH)

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Autor:
Aktualisiert am: 19.08.2009 17:54

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