Rinder auf der Weide vor Hitzestress schützen

Wiederkäuer produzieren allein schon beim Verdauen viel Körperwärme. Diese müssen sie loswerden, was bei sommerlichen Temperaturen aber schwierig sein kann.
Ob den Tieren zu heiß ist, lässt sich an ihrem Verhalten leicht erkennen: Sie erhöhen ihre Atemfrequenz, da mit jedem Ausatmen Körperwärme
Wasser, Schatten und Luftzug machen den Sommer für Kühe erträglich.
Wasser, Schatten und Luftzug machen den Sommer für Kühe erträglich.
abgegeben wird. Ist es sehr heiß, kann man die Tiere regelrecht „pumpen“ sehen. Gleichzeitig suchen sie - wenn möglich - Schatten auf und bevorzugen windige Standorte. Um weniger Verdauungswärme zu erzeugen, verringern sie bei Hitzestress ihre Futteraufnahme. Hitzestress drückt so sehr schnell auf die Leistung.

Schatten muss sein
Auf der Weide gibt es mehrere Möglichkeiten, um die Tiere vor Hitze zu schützen:
-Bei sommerlichen Temperaturen ist ständiger Zugang zu Wasser absolut wichtig.
-Es muss für alle Tiere Schatten haben.
-Ob der Schatten natürlich (Bäume) oder künstlich (Bedachung) erzeugt wird, spielt für die Wirkung keine Rolle. Je nach Fellfarbe kann durch Schatten die Temperatur auf der Körperoberfläche um mehr als 6°C verringert werden.
-Ein Schattenplatz an einer windexponierten Stelle erleichtert die Abkühlung und hilft Insekten (Mücken, Bremsen) fernzuhalten. Wenn die Tiere Schattenplätze nicht nutzen (z.B. am Waldrand), kann das daran liegen, dass sie dort zu stark von Insekten geplagt werden.

Nachtweide im Sommer
-Wenn kein Schatten auf einer Weide vorhanden ist: Diese Weide sollte nur nachts oder vormittags genutzt werden. Die Tiere sind während der heissesten Zeit des Tages im Stall besser aufgehoben, falls sie nicht auf eine Weide mit Schatten umgetrieben werden können.
-Bei Hitzeperioden ist es sinnvoll, ganz auf Nachtweide umzustellen und die Tiere tagsüber einzustallen.
(Nina Keil, Zentrum für tiergerechte Haltung in Tänikon)


Aktualisiert am: 23.07.2009 20:00
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