Rinder-Kaltställe – Auch für rauere Klimate geeignet?

Beim vorgestellten Projekt sollte geklärt werden, wie die tatsächlichen Bedingungen in Kaltställen in Bezug auf das Stallklima aussehen und ob es möglich ist, derartige Ställe auch in kälteren Lagen zu realisieren.

Da das Rind dem Wesen nach ein Polartier ist, zieht es trockenkalte Umgebung einem feuchtwarmen Raumklima vor. Je höher die Milchleistung der Kuh ist, desto mehr zieht sie niedrigere Temperaturen vor.
Da das Rind dem Wesen nach ein Polartier ist, zieht es trockenkalte Umgebung einem feuchtwarmen Raumklima vor. Je höher die Milchleistung der Kuh ist, desto mehr zieht sie niedrigere Temperaturen vor.
Es wurde festgestellt, dass die Stalltemperatur der Außentemperatur folgt und im Durchschnitt um 3 bis 5°C höher liegt bzw. bei einer Außentemperatur von -15,5°C bis auf ein Minimum von -6°C sinkt. Gerade bei höheren Temperaturen im Außenbereich konnten fast keine Temperaturdifferenzen zu außen bzw. nur ein geringes Puffervermögen des Stalles festgestellt werden. Hierbei kann ein ausgeklügeltes Lüftungsmanagement Abhilfe schaffen, um im Sommer einem Hitzestress der Tiere entgegenzuwirken, bzw. im Winter einen allzu großen Temperaturabfall zu vermeiden. Das Untersuchungsergebnis zeigt, dass mit einer durchdachten Planung bzw. in der Folge mit einem optimalen Management ein problemloser Betrieb von Kaltställen möglich ist.

Stallgebäude im Berggebiet sind extremen klimatischen Bedingungen ausgesetzt. Große Temperaturschwankungen mit strengem Nachtfrost wirken sich auf die Lebensbedingungen der Tiere, die Arbeitsbedingungen des Menschen und die Funktionstüchtigkeit der Stalltechnik aus.

Auch nicht wärmegedämmte Ställe können auf großer Meereshöhe das ganze Jahr zufriedenstellend funktionieren, unter der Bedingung einer guten Standortwahl, eines guten Lüftungsmanagements sowie der Bereitschaft des Landwirts, als Gegenleistung für die bessere Luftqualität und die niedrigeren Investitionen zeitweise erschwerte Arbeitsbedingungen auf sich zu nehmen.

Autoren: Ing. Irene Stefanie MÖSENBACHER, Johann ZAINER und Sigrid Suchanek, HBLFA Raumberg-Gumpenstein.

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Aktualisiert am: 26.04.2005 16:38
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