Rind: Futterkosten durch Weide senken

Rund 85 % der österreichischen Milch wird in benachteiligten Gebieten erzeugt. Um dennoch konkurrenzfähig Milch zu produzieren, wird es daher immer wichtiger, das Augenmerk – neben zufriedenstellenden Produktpreisen – auch auf die Kostenseite zu legen.
Betriebszweigauswertungen zeigen, dass sich Weidesysteme in Zeiten mit schwankenden Kraftfutter- und Milchpreisen als sehr stabile Produktionssysteme erweisen.
Betriebszweigauswertungen zeigen, dass sich Weidesysteme in Zeiten mit schwankenden Kraftfutter- und Milchpreisen als sehr stabile Produktionssysteme erweisen.
In der Milchviehhaltung liegt das größte Einsparungspotential neben den Kosten für die Bestandesergänzung im Bereich der Fütterung. Ein reduzierter Kraftfuttereinsatz und die optimale Nutzung des billigen aber hochwertigen Weidefutters gehören zum fixen Bestandteil von Low-Cost- oder Low-Input Systemen. Durch die Umstellung von arbeitsintensiven Portionsweiden auf moderne Intensivweiden (Kurzrasen- bzw. Koppelweide) präsentiert sich die Weidehaltung als durchaus ernst zu nehmende Alternative zur ganzjährigen Stallhaltung, wobei Weidehaltung nicht gleich Vollweide bedeuten muss. Es gibt nicht nur „Schwarz und Weiß“, sondern die unterschiedlichsten „Schattierungen“ von der Stunden- über die Halbtags- bis hin zur Vollweide.

Fazit
-Durch die Erhöhung des Weideanteils werden nicht nur Kosten reduziert, sondern auch die Kostensituation stabilisiert. Mittel- bis längerfristige Planungen sind möglich, da man mit vorhersehbaren Kosten kalkulieren kann – Risiko und Unsicherheit sinken.
-Der Rückgang der Milchleistung kann durch die geringeren Produktionskosten aus wirtschaftlicher Sicht meist voll kompensiert werden.
-Durch die niedrigeren Produktionskosten ergibt sich eine Pufferwirkung, welche vor allem dann zu einem Vorteil gegenüber „normalen“ Betrieben führt, wenn die Produktpreise sinken und die Rohstoffkosten steigen.
-Grundvoraussetzung für eine effiziente Weidehaltung sind jedoch weidetaugliche, arrondierte Betriebsflächen sowie eine potenzielle Aufstockungsmöglichkeit (Tierzahl; Stallplätze) um die gleiche Milchmenge pro Betrieb produzieren zu können.
-Hohe Weidemilchleistungen verlangen eine radikale Umsetzung der Vollweidestrategie. Jede Beifütterung reduziert die Weidefutteraufnahme und damit den Anteil des Weidefutters an der Milchbildung. Ausgehend von unserem Versuch lassen sich unter Vollweidebedingungen bis zu 4.000 kg Milch pro Kuh und Weideperiode ermelken.

Autoren: Dr. Agnes LEITHOHLD und Hans HÄUSLER, LFZ Raumberg-Gumpenstein


Autor:
Aktualisiert am: 05.08.2009 17:45
Landwirt.com Händler Landwirt.com User