Rind- und Kalbfleischerzeugung ist leicht angestiegen

Die Rind- und Kalbfleischerzeugung der EU-25 ist im Jahr 2007 leicht angestiegen, heuer dürfte es laut Angaben des zuständigen EU-Prognoseausschusses wieder zu einem Rückgang kommen.
Ein wesentlicher Faktor, der zu einer geringeren Erzeugung führen könnte, ist die fehlende Rentabilität der Stiermast. Dem kräftigen Anstieg der Futterkosten im Jahr 2007 stand ein Preisrückgang für Schlachtvieh von rund 4% in der EU gegenüber. Dies brachte die Erzeuger in die Verlustzone, sodass die Bereitschaft, neue Tiere aufzustallen, geringer geworden ist.

Sinkende Einfuhren erwartet
Da Brasilien die von der EU geforderten Bedingungen hinsichtlich Qualitätssicherung und Rückverfolgbarkeit nicht erfüllen konnte, wurde die Einfuhr des wichtigsten EU-Lieferanten ab Februar gestoppt. Andere Anbieter werden diese Lücke nicht schließen können, zumal Argentinien als zweitwichtigster Lieferant der EU ebenfalls weniger exportieren wird, da die Regierung die Ausfuhr behindert. Zum Teil kann dieses Defizit durch rückläufige Exporte ausgeglichen werden, aber insgesamt wird laut ZMP-Berechnungen Rindfleisch in der EU knapper verfügbar sein als im Vorjahr. Die Erzeugerpreise für Schlachtrinder werden sich heuer im Vergleich zum Vorjahr auf einem spürbar höheren Niveau bewegen. Die Rindfleischerzeugung der EU-25 ist 2007 leicht angestiegen. Dies lag in erster Linie an den höheren Stierschlachtungen, wohingegen das Angebot an Schlachtkühen und -kälbern kleiner als im Vorjahr ausfiel.

Pro-Kopf-Verbrauch gesunken

Da in den östlichen EU-Ländern nur wenig Rindfleisch verzehrt wird, ging der Pro-Kopf-Verbrauch bei steigender Bevölkerungszahl von 17,2 auf 16,9 kg zurück. In Österreich lag er bei 17,8 kg. Die Ausfuhr lebender Tiere stieg aufgrund der höheren Zuchtviehausfuhren nach Russland an, doch die Rindfleischexporte insgesamt blieben hinter dem Vorjahresniveau zurück. Insbesondere der russische Markt zeigte sich wegen höherer Einfuhren aus Brasilien an gefrorener Ware nicht mehr so aufnahmebereit. Störungen der üblichen Handelsbeziehungen verursachte die Blauzungenkrankheit, die in immer mehr EU-Ländern Probleme bereitete. Die Erzeugerpreise für Schlachtrinder blieben 2007 laut ZMP-Berechnungen in den meisten EU-Staaten unter dem Vorjahresniveau.

Genauere Informationen zu den Preisen am Rindfleischmarkt finden Sie unter https://www.landwirt.com


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Aktualisiert am: 14.08.2008 10:04
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