Richtige Fütterung im Mutterkuhbetrieb

Da die Fruchtbarkeit der Mutterkuh sowie auch die Qualität der Nachkommen maßgeblich von der Fütterung beeinflusst werden, ist „Fütterungs-Know-how“ ein entscheidender Faktor für den Betriebserfolg eines Mutterkuhhalters.
In der Gruppe der laktierenden Mutterkühe sollte der Trog immer gut gefüllt sein.
In der Gruppe der laktierenden Mutterkühe sollte der Trog immer gut gefüllt sein.
Bedarfgerechte Fütterung ist Grundvoraussetzung für die Herdengesundheit. Nur wenn die Mutterkuh gesund ist, können Probleme wie schlechte Fruchtbarkeit, Schwergeburten und Kälberausfälle weitgehend vermieden werden.

Energiegehalt
Der Engeriegehalt des Futters muss sich an der Intensität sowie an der Leistung orientieren. So haben extensivere Rassen einen geringeren Nährstoffbedarf als intensivere. Zur Kontrolle der Fütterung kann die Beurteilung der Körperkondition dienen.
In der Trockenstehzeit ist auf eine strukturreiche und eher energiearme Fütterung zu achten. Ist die Mutterkuh im letzten Säugdrittel gut in Kondition, so sollte sie keinesfalls gutes Grundfutter erhalten. Der Energiegehalt muss für die Trockenstehzeit deutlich gesenkt werden. Werden trockenstehende Kühe zu gut versorgt, so neigen sie zur Verfettung.

Trockenstehzeit: Die Ration kann aus einer mittelmäßigen Grassilage und Stroh bestehen!

Die Mutterkuh darf nicht zu fett aber auch nicht zu mager abkalben, da in weiterer Folge Stoffwechselerkrankungen auftreten können. Die Körperkonditionsbeurteilung zum Zeitpunkt der Abkalbung sollte im Bereich zwischen 3,25 und 3,75 Punkten liegen. Um eine ausreichende Nährstoffversorgung in den einzelnen Säugeperioden sicherzustellen, hat sich eine Unterteilung in Leistungsgruppen als günstig erwiesen.

Auf Selenversorgung achten!
Als Mineralstoff- und Vitaminergänzung sollte den Kälbern eine kalciumreiche und spurenelementreiche (selenhaltige) Mineralstoffmischung mit geringen Phosphorgehalten angeboten werden. Vor allem auf selenunterversorgten Standorten ist auf eine ausreichende Selenversorgung über die Mineralstoffmischung zu achten.
Kälber mit akutem Selenmangel zeigen Muskelschwäche, liegen vermehrt und ihr Schluckvermögen ist eingeschränkt. Um diesem Problem vorzubeugen, sollte den Mutterkühen schon in der Trockenstehperiode selenhaltige Mineralstoffmischungen verabreicht werden. Zusätzlich wird empfohlen, den jungen Kälbern selenhaltige Mischungen mit Vitamin E anzubieten. Bei akutem Selenmangel können nur noch Injektionen vom Tierarzt eine rasche Hilfe sein.

Fazit
Richtiges Fütterungsmanagement hat nicht nur in der Produktion sondern auch in der Wirtschaftlichkeit des Mutterkuhbetriebs eine besondere Bedeutung. Die Arbeitskreisberatung der Landwirtschaftskammern bietet im Hinblick auf Wirtschaftlichkeit und Produktion wirksame Unterstützung für die Mutterkuhhalter an.

Autor: Dietmar GRILZ, LWK Kärnten, Klagenfurt


Aktualisiert am: 07.05.2009 10:42
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