Retten wir die Esche

Das Eschentriebsterben bedroht massiv eine der wichtigsten heimischen Laubbaumarten. Die Forschung hofft darauf, resistente Eschen zu finden. Landwirte können dabei helfen, die Esche zu retten.
Resistente Eschen sind der Hoffnungsträger gegen das Eschentriebsterben. Foto: BfW.
Resistente Eschen sind der Hoffnungsträger gegen das Eschentriebsterben. Foto: BfW.
Es besteht Handlungsbedarf: Das Eschentriebsterben hat sich seit ca. 10 Jahren rasant über ganz Österreich ausgebreitet. Hervorgerufen wird das massenhafte Absterben der Edellaubbaumart durch einen aus Asien eingeschleppten Mikropilz: das „Falsche Weiße Stengelbecherchen“. Diese Krankheit schädigt die Bäume massiv, führt zu Zuwachsverlusten und in vielen Fällen zum Absterben der Esche. Für Kleinwaldbesitzer ist die Krankheit besonders dramatisch, denn für über 20 Jahre war die Esche die wichtigste Baumart zur Begründung von Laub- und Laubmischwäldern. So wurden von den 1990er Jahren bis 2003 jedes Jahr mehr als eine Millionen Eschen in Österreich gepflanzt. Heute sind viele dieser Aufforstungen stark befallen und müssen wieder neu begründet werden. Doch auch die ökologischen Auswirkungen sind nicht zu unterschätzen. Denn die Esche ist eine Charakterart von Au- und Schluchtenwäldern zu der es wenige Alternativen gibt.

Hoffnung Resistenz

In Altbeständen werden immer wieder einzelne Bäume beobachtet, die nur geringe Schadsymptome aufweisen und möglicherweise Abwehrmechanismen bzw. Resistenz gegenüber dem Triebsterben besitzen. Untersuchungen der Universität für Bodenkultur (BOKU) zeigen, dass bis zu 5% aller Klone in österreichischen Saatgutplantagen wenig anfällig oder resistent gegenüber dem Triebsterben sind. Weitere internationale Studien zeigen, dass diese Resistenz eine sehr hohe erbliche Komponente aufweist. Aufgrund dieser Fakten ist die Auslese resistenter Bäume eine sehr erfolgversprechende Möglichkeit für Forstwirtschaft und Naturschutz, gesunde Eschenpopulationen für zukünftige Aufforstungen und Renaturierungsprojekte zusammenzustellen. Die Neuanlage von Saatgutplantagen für die Baumart Esche mit dem Zuchtziel „Resistenz gegen das Eschentriebsterben“ ist daher von höchster Dringlichkeit und sollte so rasch wie möglich umgesetzt werden. Mit der Anlage von derartigen Saatgutplantagen wurde bereits in Nord- und Osteuropa (Dänemark, Litauen) begonnen. Dabei hat sich gezeigt, dass von einer möglichst großen Anzahl von Klonen ausgegangen werden sollte, einerseits um die natürliche genetische Vielfalt der Baumart zu erhalten, anderseits kommt es immer wieder vor, dass anfangs resistent erscheinende Klone mit zunehmender Exposition gegen den Erreger doch anfällig werden. Die Anlage von regionalen Saatgutplantagen erscheint sinnvoll, da es sicherlich lokal starke Anpassungen an das jeweilige Klima gibt. Leider zeigen erste Forschungsergebnisse auch, dass es nicht einfach ausreicht Saatgut von gesunden Einzelbäumen zu sammeln, da jeder Mutterbaum die Widerstandsfähigkeit gegen das Eschentriebsterben unterschiedlich gut vererbt. Außerdem gibt es sowohl männliche, weibliche, sowie zwittrige Eschen. Es sind daher aufwendigere Verfahren der Auslese anzuwenden.

Wie Landwirte dabei der Forschung helfen können, die Esche zu retten, lesen Sie in Ausgabe 21! Bestellen Sie hier kostenlos und unverbindlich Ihr Probeheft Ausgabe 21/2015



Aktualisiert am: 27.10.2015 11:17