Resistenzen: Die Waffen glänzen nur noch matt

Der Rapsglanzkäfer tritt alljährlich im Raps und an anderen Kreuzblütlern auf. Die Bekämpfung mit Insektiziden wird zunehmend problematisch, denn der Käfer verteidigt sich mit Resistenz. Um sie zu brechen, wird das Waffenspektrum langsam eng.
Seit 2004 sind europaweit, z.B. in Deutschland und Polen, Minderwirkungen bei der Bekämpfung des Rapsglanzkäfers bei dem Einsatz von Pyrethroiden beobachtet worden.
Seit 2004 sind europaweit, z.B. in Deutschland und Polen, Minderwirkungen bei der Bekämpfung des Rapsglanzkäfers bei dem Einsatz von Pyrethroiden beobachtet worden.
Bei wiederholtem Einsatz von Insektiziden mit Wirkstoffen aus derselben Wirkstoffgruppe können Insekten wie der Rapsglanzkäfer Resistenzen entwickeln, die sich letztendlich als Wirkungsminderung im Feld bemerkbar machen.
Zur Bekämpfung des Rapsglanzkäfers wird zwar in Österreich durchschnittlich kaum öfter als einmal pro Saison ein Insektizid angewandt. Bei der Bekämpfung anderer Rapsschädlinge wie z.B. von Stängelrüsslern oder Schotenmücken werden jedoch schon oder noch vorhandene Rapsglanzkäfer mit erfasst, und somit die Resistenzentwicklung weiter angekurbelt.
Derzeit steht für ein nachhaltiges Resistenzmanagement eine unzureichende Auswahl an insektiziden Wirkstoffen zur Verfügung: Der Großteil der gegen Rapsglanzkäfer zugelassenen Pflanzenschutzmittel enthält Wirkstoffe aus der Gruppe der Pyrethroide. 2007 und 2008 wurde die Palette um je ein Neonikotinoid erweitert. Die darüber hinaus verfügbaren Organophosphate können kurz vor und während der Rapsblüte aus Gründen des Bienenschutzes nicht eingesetzt werden.

Fazit
2007 war die Pyrethroidresistenz des Rapsglanzkäfers in Österreich noch nicht so weit entwickelt wie bei unseren deutschen Nachbarn oder in anderen europäischen Ländern. 2008 haben die Resistenzen vor allem in den Raps-Hauptanbaugebieten Oberösterreich und Niederösterreich rasant weiter zugenommen. Für ein nachhaltiges Antiresistenzmanagement ist die derzeit zur Verfügung stehende Wirkstoffpalette nicht ausreichend, und die vorgestellte Strategie kann nur eine Übergangslösung sein. Umdenken ist jedenfalls angesagt, und die Ausbreitung hoch resistenter Rapsglanzkäferpopulationen muss gebremst werden.

Autorin: Dr. Gabriele KOVACS, AGES, Institut für Pflanzenschutzmittelbewertung und -zulassung


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Aktualisiert am: 20.02.2009 11:31
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