Rentiert sich die Milchtränke für Ferkel?

Um steigende Wurfgrößen gut versorgen zu können, gibt es seit einiger Zeit Ferkelammen. Eine weitere interessante Möglichkeit zur Versorgung vieler Ferkel bieten sogenannte Milchtränken.
Ein spezieller Mechanismus verhindert den Rücklauf der Milch von der Schale in die Leitung.
Ein spezieller Mechanismus verhindert den Rücklauf der Milch von der Schale in die Leitung.
Seit einiger Zeit bieten einige Hersteller neuartige Milchfütterungsanlagen an, die neben der Sau im Abferkelbereich montiert werden. Bei diesen Anlagen wird Milch zentral angerührt und über eine Ringleitung und Schalen in jeder Abferkelbucht allen Ferkeln zugänglich gemacht. Unter den Produktbezeichnungen „RescueCup“, „Supp le mat“ und „Milkbar“ werden solche Anlagen angeboten. Im ABZ Lambach wird die Anlage „RescueCup“ seit einem Jahr eingesetzt.

Zusätzliche Milch
Beim System „RescueCup“ wird allen Saugferkeln in den Abferkelbuchten zusätzlich zur Muttermilch Milchaustauscher über fest installierte Milchtassen (= Cups) angeboten. Die Fütterung der Ferkel erfolgt automatisiert und rund um die Uhr. Die Milch wird in einem zentralen Anmischbehälter angerührt und per Ringleitung zu den Cups in den Abferkelbuchten gepumpt. Berühren die Ferkel den in der Mitte der Tasse befindlichen Nippel, läuft die Milch nach, aber nur bis zu einem gewissen Füllstand. Ein im Nippel integrierter Schwimmer stellt sicher, dass die Cups nicht überlaufen und von den Ferkeln als Spielzeug genutzt werden. Mit Hilfe eines speziellen Mechanismus wird verhindert, dass Milch von den Cups zurück in das Leitungssystem gelangt. Dies ist aus hygienischer Sicht ein großer Vorteil.

Die Leitungen werden in der Abferkelbucht verlegt.
Die Leitungen werden in der Abferkelbucht verlegt.
Handhabung
Über diese Anlage wurde den Ferkeln ab dem zweiten Lebenstag Milch angeboten. Damit die Ferkel die Milch schnell finden, ist es sinnvoll, die Schale an den ersten Tagen mit Milch zu füllen und zusätzlich die kleinen Ferkel mit dem Maul in die Milch zu stupsen. In den ersten Tagen nach der Geburt werden die Schalen täglich zweimal gereinigt. Ebenso der Anmischbehälter. Einmal wöchentlich wird die gesamte Anlage mit Melkmaschinenreiniger gründlich gespült. Die Milch wird zweimal täglich angerührt. Dabei sollte die Anrührtemperatur genau nach den Empfehlungen der Milchhersteller eingehalten werden. Um das Anrühren der Milch zu vereinfachen, wurde im ABZ Lambach über dem Anmischbehälter ein Elektroboiler montiert. Die Wassertemperatur kann hier exakt eingestellt werden. Durch das Öffnen des am Boiler unten montierten Wasserhahnes fließt das genau temperierte Wasser in den darunter liegenden Anmischbehälter. Milch wird per Hand dazudosiert und mit dem integrierten Mixer angerührt. Die Pumpe in der Anlage hält die Milch in der Ringleitung immer in Bewegung. Dadurch kann auch Milchpulver verwendet werden, welches sich leicht absetzt.

Autor: Dipl. HLFL Ing. Hannes MADER, Agrarbildungszentrum Lambach

Die Kostenaufstellung, Rentabilität sowie Erfahrungen nach dem ersten Einsatzjahr können Sie der Ausgabe 3 unserer Fachzeitschrift "Der fortschrittliche Landwirt" entnehmen.


Aktualisiert am: 23.01.2012 13:24
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