Reinigungsroboter für den Schweinestall

Die Stallreinigung gehört zu den unangenehmsten Aufgaben in der Schweineproduktion. Gleichzeitig ist sie eine der häufigsten Arbeiten. Eine mögliche Lösung: Ein Roboter übernimmt das Waschen.
Der Reinigungsroboter kann rund 80 % der Stallwascharbeiten übernehmen.
Der Reinigungsroboter kann rund 80 % der Stallwascharbeiten übernehmen.
Laut einer österreichischen Studie (Blumauer, 2006) investieren Ferkelerzeuger ab einer Betriebsgröße von 100 Zuchtsauen mehr als zwei Stunden pro Zuchtsau und Jahr in die Reinigung von Stallabteilen. „Diese Zeit fehlt dann oft für anspruchsvollere Aufgaben im Abferkel- oder Aufzuchtstall“, erklärt der Schwede Jan Sandberg und fügt hinzu: „Deshalb haben wir für die eher anspruchslose, aber dennoch wichtige Reinigungsarbeit den Clever Cleaner entwickelt.“ Jan Sandberg ist der Erfinder des automatischen Reinigungsroboters Clever Cleaner. Über 500 Stück wurden in den letzten Jahren von seiner Firma Envirologic produziert und vorwiegend an Schweinebetriebe in Schweden und Dänemark verkauft. Wir haben uns den Roboter und seine Arbeit vor Ort angesehen.

Roboter nimmt 80 %
Vor dem ersten automatischen Einsatz wird der Roboter manuell programmiert.
Vor dem ersten automatischen Einsatz wird der Roboter manuell programmiert.
Eines vorweg: Der Roboter übernimmt nicht die gesamte Reinigungsarbeit. „Aber wir schaffen auf jeden Fall 80 % des Schmutzes“, so Stefan Johansson, von Envirologic. Nach der automatischen Reinigung durch den Roboter ist daher noch eine manuelle Nachreinigung nötig. Diese benötigt aber laut einer Diplomarbeit an der Universität Bonn im Durchschnitt nur 30 %
der Zeit einer manuellen Stallreinigung. Zudem würde es sich hier hauptsächlich um das Abwaschen der Wände von Schmutzspritzern drehen, schwächt Johansson ab. „Rund 95 % der Schmutzarbeit macht der Roboter“, bestätigt auch Jan Sandberg. Wie funktioniert nun der Roboter in der Praxis?

Anlernen des Roboters
Vor dem ersten automatischen Einsatz werden die verschiedenen Buchtenformen manuell mit dem Joystick gereinigt. Diese Reinigungsvorgänge werden abgespeichert und in eine Reihenfolge gesetzt. Wenn ein Abteil beispielsweise aus zwei verschiedenen Buchtenformen auf beiden Seiten des Ganges besteht, so sind die Reinigungsabläufe von vier Buchten abzuspeichern und die weiteren identischen Buchten in die richtige Reihenfolge zu setzen. Markierungen an der Buchtenwand zeigen dem Roboter den gespeicherten Standort für die Reinigung der nächstgelegenen Buchten an. „Hier ist wichtig, dass man sich bei der ersten Programmierung nicht verzettelt“, spricht Johansson aus Erfahrung. Besser sei es, die Reinigung nach und nach zu optimieren. Dazu kann man auf die gespeicherten Abläufe einfach zugreifen und diese leicht abändern, ohne erneut die gesamte Bucht programmieren zu müssen. Der Hersteller empfiehlt, die automatische Reinigung in zwei Etappen
durchzuführen. Im ersten Durchgang reinigt der Roboter den Boden, die Futterautomaten und die Spalten, und im zweiten Durchgang die Buchtenwände und Aufstallungen.

Preis Reinigungsroboter
Zwischen 29.900 und 39.000 Euro liegen die Preise für die verschiedenen Varianten des Clever Cleaners. Auf den ersten Blick ein stolzer Preis. Bedenkt man aber, wie viele Stunden pro Jahr dadurch in anspruchsvolle Betriebsleiterarbeiten investiert werden können, dann könnte zumindest ein überbetrieblicher Einsatz auf mehreren Betrieben interessant sein.

Autor: Roman Goldberger

Weitere Fotos des Reinigungsroboters finden Sie hier.

Aktualisiert am: 19.06.2012 08:25
Landwirt.com Händler Landwirt.com User