Rehe und ihr Einfluss auf die Waldverjüngung - Über moderne Jagdstrategien

Bestimmt die Rehwilddichte den Waldbau oder doch der Waldbau die Rehwilddichte? In einem Vortrag tat der Forstmann und Jäger Bruno Hespeler seine Erfahrungen zu diesem Problemkreis kund. Hans Flasch hat die Aussagen zu Papier gebracht.
Naturnaher Waldbau verbessert den Lebensraum für Rehe. Die Bejagung wird aber dadurch schwieriger.
Naturnaher Waldbau verbessert den Lebensraum für Rehe. Die Bejagung wird aber dadurch schwieriger.
Einge der interessanten Aussagen des Bruno Hespeler aus diesem Beitrag sind:

Tragbare Rehwilddichte
Die Festsetzung einer tragbaren Rehwilddichte ist seriös nicht möglich! Was die tragbare Rehwilddichte ist, sagt uns der Wald! Und zwar dadurch, dass er sich auf natürlichem Wege in der standorttypischen Mischung verjüngt.

Naturverjüngung
Das verbissfreie Reh gibt es nicht! Ob die Naturverjüngung gelingt oder nicht, hängt in erster Linie von den Faktoren
• Licht
• Verjüngungspotenzial
• Äsungsangebot
• Wild
• und dem Faktor Jäger ab.
Kann eine standorttypische Verjüngung nicht auf natürlichem Wege erreicht werden, ist im überwiegenden Teil der Fälle eine Störung beim Wild dafür verantwortlich. Und das wird von Jägern mitgesteuert und beeinflusst. Zäune, chemischer Einzelschutz und Monobaumschutzsäulen sind ein Irrtum.

Fütterung
Jäger, die glauben, die Rehpopulationen durch Fütterung „retten“ zu müssen, bewegen sich am Rande der Tierquälerei. Die Fütterung mit Kraftfutter erzeugt Übersäuerung im Pansen der Rehe und macht Hunger auf junge Baumtriebe. Bei den Fütterungen handelt es sich um „Sozialstationen“, die das Reh nicht braucht und die in der Umgebung den Verbiss zusätzlich erhöhen. In den meisten Bundesländern Deutschlands ist die Rehfütterung bereits verboten! Die Rehwildstrecken sind dadurch nicht kleiner geworden! Der Verdacht liegt manchmal nahe, dass die Fütterung ohnehin nur für bessere Trophäen erfolgt.

Hespeler hinterfragt viele Mythen der Jagd und gibt in diesem Beitrag auch Lösungsansätze preis. Zusätzlich zeigt ein auf den folgenden Seiten in Landwirt Heft 24 vom 16.12.2010 abgedruckter Beitrag ein gelungenes Praxisbeispiel, wie Jagd und Waldwirtschaft bestens miteinander kombiniert werden können


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Aktualisiert am: 01.12.2010 08:48
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