Reform: Mit dem Muli in den Wald

Landwirt und Waldbesitzer Peter Lassacher aus St. Michael im Lungau setzt einen Reform Muli für die Waldarbeit ein. Zusammen mit der Maschinenbaufirma Bürger hat er den Transporter an dieses Einsatzgebiet angepasst. Heute ersetzt er damit zwei Traktoren.
Im Wald beschäftigt der Muli drei Personen gleichzeitig.
Im Wald beschäftigt der Muli drei Personen gleichzeitig.
Die Transporter-Familie Muli von Reform kommt üblicherweise für die Grünlandbewirtschaftung im steilen, unwegsamen Gelände zum Einsatz. So auch bei Peter Lassacher, der einen Bergbauernbetrieb auf 1.300 m Seehöhe bewirtschaftet. Nachdem sein alter Muli 32 Jahre lang im Einsatz war, stand im Frühjahr 2008 eine Ersatzbeschaffung an. Der hohe Anschaffungspreis ließ den Landwirt kreativ werden. Er machte sich Gedanken, wie er den Muli auch während der Wintermonate auslasten könnte. Da der Betrieb neben den Grünlandflächen noch rund 70 Hektar Wald zu bewirtschaften hat, lag eine forstwirtschaftliche Nutzung nahe. Hier kam die Firma Bürger Landtechnik und Maschinenbau aus Patergassen ins Spiel.

Die Arbeit im Wald
Der Muli ist jetzt das Allround-Forstgerät auf dem Betrieb und übernimmt jene Arbeit, für die früher zwei Traktoren benötigt wurden. Mit aufgebautem Kran und der funkgesteuerten 8-Tonnen-Seilwinde im Heck erreicht Lassacher bisher ungekannte Leistungen bei der Durchforstung. „Früher konnte ich Kran und Seilwinde immer nur getrennt einsetzen, weil eines der beiden Geräte die Dreipunkthydraulik des Traktors blockierte. Also sind wir mit zwei Traktoren in den Wald gefahren. Einer mit Seilwinde, der andere mit Kran. Aber wenn ich alleine im Wald bin, kann ich nicht zwei Traktoren gleichzeitig bedienen. Mit dem umgebauten Muli kombiniere ich alles in einem Gerät“, erklärt der Landwirt. Um das Potenzial der Maschine auszunutzen, ist es nach Lassachers Erfahrungen sinnvoll, die Arbeit mit zwei oder noch besser mit drei Personen zu verrichten. Der Landwirt greift hier gerne auf seine beiden Söhne Peter (18) und Johannes (16) zurück.
Im Wald hat jeder seine Aufgabe: Während ein Waldarbeiter die Seilwinde bedient und ausgeastete Bäume zum Fahrzeug zieht, beschäftigen sich ein weiterer Waldarbeiter und der Kranführer mit dem Ablängen und Sortieren der Stämme. Der Kran ist hier besonders hilfreich, weil sich damit der Baum zum Zerteilen anheben lässt und so die Arbeit sehr viel einfacher und sicherer wird.
Für den Abtransport seines eigenen Holzes hat sich Lassacher einen einachsigen Anhänger gebaut, den er hinter den Muli hängt. Diese schlagkräftige Kombination ersetzt einen Traktor mit Rückewagen. Dank 40 km/h Höchstgeschwindigkeit und Federung kann Lassacher sein Holz mit dem Muli auch über weitere Strecken sicher, schnell und komfortabel transportieren.

Fazit
Peter Lassacher und der Firma Bürger ist es gelungen, einen Reform Muli für den Forsteinsatz mit einem Kran, einer Seilwinde, einer Spaltzange und einem Holzanhänger auszurüsten. Damit konnte das Einsatzspektrum erweitert und die Auslastung etwa verdoppelt werden. Heute ersetzt der Muli bei der Waldarbeit zwei Traktoren. Trotz diverser Umbaumaßnahmen bleibt der Transporter voll für das Grünland einsetzbar. In punkto Bodenfreiheit und Wendigkeit ist ein Traktor im Vorteil. Der Muli brachte aber einen nicht geahnten Gewinn an Komfort, Arbeitssicherheit und Effizienz. Auf dem Betrieb von Peter Lassacher möchte dieses Fahrzeug keiner mehr missen.

Weitere Bilder zum diesem Fahrzeug


Reform Muli im Forsteinsatz von www.landwirt.com

Autor: Christian LEITNER, Zettling


Aktualisiert am: 09.03.2010 14:44
Landwirt.com Händler Landwirt.com User