Rapsstängelrüssler: Erstflug nicht übersehen

Mit einem Zuflug der Raps-Stängelschädlinge ist ab 5–6° C Bodentemperatur und ab 12–15° C Lufttemperatur zu rechnen. Die Gelbschalen sollen bei diesen Temperaturen schon aufgestellt sein und regelmäßig beobachtet werden.
Der Große Rapsstängelrüssler: Mit einem wirtschaftlichen Schaden ist ab 10 Käfern pro Gelbschale innerhalb von 3 Tagen zu rechnen.
Der Große Rapsstängelrüssler: Mit einem wirtschaftlichen Schaden ist ab 10 Käfern pro Gelbschale innerhalb von 3 Tagen zu rechnen.
Am besten ist es eine Gelbschale am Rapsschlag des Vorjahres und ein bis zwei am aktuellen Rapsfeld zu platzieren. Mit Wasser halb anfüllen, etwas Spülmittel dazu und ein feinmaschiges, gelbes Drahtgitter darüber geben, damit keine Nützlinge wie Hummeln und Bienen gefangen werden.
Die wirtschaftliche Schadensschwelle sind zehn Käfer pro Gelbschale innerhalb von drei Tagen. Nach ca. 5- bis 6-tägigem Reifungsfraß beginnen die kleinen Gefleckten Kohltriebrüssler (Kennzeichen: heller Punkt am Rücken und rostbraune Füße) mit der Eiablage, der Große Rapsstängelrüssler (Kennzeichen: hellgraue Farbe, dunkle Füße, kein heller Punkt am Rücken) hat einen sehr kurzen, manchmal nur 2- bis 3-tägigen Reifungsfraß. Durch den Fraß der Larven im Stängelinneren kann es zu Verdrehungen der Stängel und zu Ertragsausfällen kommen. Sekundär siedeln sich an den Einbohrlöchern Pilze wie Phoma-Wurzelhals und Stängelfäule an.

Aktuelle Gefährdung jetzt online
Über den aktuellen Stand der Flugaktivitäten gibt auch das neue Internetportal unter der Adresse www.warndienst.at Auskunft. Anhand von pro_Plant-Grafiken kann dort der aktuelle Zuflug der Tiere (und auch vieler anderer Rapsschädlinge) regional abgerufen werden und es gibt eine 3-Tage-Wetterprognose. Die Grafiken zeigen an Hand von färbigen Punkten die günstigen (gelb) bzw. optimalen (rot) Infektionsbedingungen für die jeweilige Krankheit/Schädling an. Als Entscheidungsgrundlage für eine Behandlung gibt es auch eine Prognose des Beginns der Eiablage. Auf Grund von eigener Beobachtung mittels Gelbschale und exakter regionaler Prognose kann eine sehr gezielte und effiziente Behandlung durchgeführt werden. Das Portal informiert in weiterer Folge auch über das Auftreten von Krankheiten in Getreide, Kartoffel und Zuckerrübe.

Detaillierte Informationen gibt auch der telefonische Warndienst unter Tel. 050-6902-1498.
Die Warndienstinformationen und eine 7-Tage Wetterprognose sind auch unter www.lk-ooe.at abrufbar.

Insektizidbehandlungen
Zum Einsatz gelangen können synthetische Pyrethroide wie z.B. Bulldock (0,3 l/ha), Cymbigon (0,25 l/ha), Decis (0,3 l/ha), Fastac SC Super Contact (0,1 l/ha), Fury 10 EW (0,1 l/ha), Karate mit Zeontechnologie (0,075 l/ha), Mavrik (0,2 l/ha), Sumi Alpha (0,3l/ha), Trafo WG (0,1 kg/ha) oder Trebon 30 EC (0,2 l/ha). Synthetische Pyrethroide sind grundsätzlich mit einem Netzmittel auszubringen, wobei gute Erfahrungen mit höherwertigen Produkten wie Agrowax, Silwet top, Zellex CS, etc. bestehen. Eine Beimengung von Bor und Bittersalz ist möglich.
Gegen den Gefleckten Kohltriebrüssler und den Großen Rapsstängelrüssler sowie den Kohlschotenrüssler besitzen die genannten Pyrethroide noch eine volle Wirksamkeit. Sollten aber bereits erste Glanzkäfer mit in der Gelbschale gefangen werden, so besitzt von den oben genannten nur Trebon 30 EC als Typ-I-Pyrethroid noch volle Wirkung gegen Glanzkäfer. Die Neonicotinoide Biscaya und Mospilan 20 SG und das neue Plenum 50 WG sollen erst später gezielt als Resistenzbrecher gegen den Glanzkäfer verwendet werden.

Autor: DI Hubert Köppl


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Aktualisiert am: 23.02.2012 11:26
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